Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 3-4 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 296 (sequence 136)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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296 Aus Briefen. der, wie in so manchem Punkte, auch für unfern Gegenstand das schlechte Beispiel einer künstlichen Versöhnung zwischen Thalmud und Wissenschaft gegeben hat, bleibt für alle Zeiten in seiner vollen Geltung: ״Der Vrf. rühmt sich sehr, im Besitze dieser Wissenschaft (der Astronomie) zu sein; ich nun verstehe Nichts davon, darum wollte ich seinen Erörterungen nicht nachgehen. Aber an dieser Stelle kann ich mein Befremden nicht unterdrücken. Was haben denn die drei Wochentage verschuldet, daß sie gerade und nicht die andern wegen Ausgleichung der Differenz verdrängt werden? Was uns überliefert wird, ist einfach Dies, daß man den Windentag nicht am Sabbath, den Versöhnungstag nicht unmittelbar vor und nach demselben begehen wollte. Der Vrf. aber erscheint mir als ein in der Irre Taumelnder/' Gegen diese klare Erkenntniß des gesunden Menschenverstandes und unbefangener Einsicht in das thalmudisch Gegebene vermag alles hochfahrende Poltern des Hrn. Schw. Nichts. Das laute Zeugniß der Geschichte kann nicht durch Sophistik gefälscht werden. G.^ Von Hrn. Eberhard Nestle, Bibliothekar am ev.-Lheol. Seminar Tübingen, 21. Oct. 1874. Ihre Mittheilung über 25122 rc.rc. bei den Samaritanern in der Zeitschr. der DMG. XXVIII S. 489 ff. ist mir darum besonders interessant, weil ich vor geraumer Zeit einmal zufällig auf die Frage geführt wurde, ob die Tradition von den 120 Jahren des Moses (Deut. 34, 7. 31, 2) abhängig sei von dieser Stelle Gen. 6, 3 oder umgekehrt diese Stelle, wonach das Menschenleben nur 120 Jahre dauern solle, abhängig von dem Glauben, daß Niemand älter werden dürfe als Moses. Ich fand nämlich bei Trebellius Pollio in der Vita Claudii c. i. (Scriptores hist. lat. vet. ed. Hauris. Heidelberg 1 743 fol. II. S. 397 a) folgende Stelle: ״Doctissimi Mathematicorum centum et viginti annos homini ad vivendum datos judicant, neque amplius cuiquam jactitant esse concessos; etiam illud addentes, Mosen solum, Dei (ut Judaeorum libri loquuntur) familiärem, CXXV annos vixisse: qui qnum quereretur quod juvenis interiret, responsum ei ab incerto feruut nomine (־numine?) neminem plus esse victurum." Bei Hieronymus, quaestiones hebr. in libro Geneseos kann ich nichts von diesen Beziehungen auf Moses stnden. Er nennt nur die 2 verschiedenen Auslegungen, die noch jetzt ihre Vertreter