Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 3-4 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 289 (sequence 129)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Aus Briefen. 289 mit aller Absichtlichkeit darauf aus, ein Jeder in seiner Weise die Vernunftmäßigkeit des Schriftgebotes nachzuweisen. Ein Jeder in seiner Weise, sage ich, wie Dies bei der Verschiedenheit der Menschengeister nicht anders möglich ist, ja wie es nothwendig ist, damit die Anschauungen sich gegenseitig ergänzen, aber Alle in freudigem und treuem Festhalten an Geist und Grundbau der Thorah und des Judenthums. Freilich, m. H., sind die Fragen, über die Sie verhandelt, so umfassend und tief eingreifend, daß eine kurze briefliche Entscheidüng unmöglich ist. Ich habe Ihnen daher blos Andeutungen und Gesichtspunkte gegeben, die Sie durch Nachdenken und durch das Lesen einschlagender Schriften sich selbst erweitern. Erlauben Sie, daß ich Sie in diesem Betreff auf die drei Hefte Vorlesungen verweise, welche ich über ״das Judenthum und seine Geschichte" (Breslau, Schletter- 1865—71) gehalten und dann durch den Druck veröffentlicht habe. Für Ihr Vertrauen dankend, empfehle ich mich Ihrem ferneren Wohlwollen. Von Hrn. Prof. Nöldeke, Straßburg 10. Juli 1874. Das neue Heft Ihrer Ztschr. ist also endlich doch gekommen. Wahrhaft erheiternd hat auf mich gewirkt, daß Hr. Freimann lieber einen Proceß verliert und sich Lu 60utu1u9.tLa.u1 zum Tode verurtheilen läßt, als vor dem Gerichte seiner Heimath zu erscheinen (S. 06 der Ztschr.). ״Herr Gott, wie groß ist Dein Thiergarten V1 sagte einmal der Kladderadatsch. Den Aufsatz von Em. Deutsch über den Islam habe ich neulich auf einmal gegebene Veranlassung hin durchblättert; ich kann nicht sagen, daß ich viel daraus gelernt. Uebrigens ist meine Achtung vor dem Islam immer mehr gestiegen, während ich den Stifter desselben nicht mehr ganz so hoch ansehe wie früher. Der Islam ist die harte, einseitige, aber großartige Vollendung echt semitischer Religion, der wahre Abschluß des Alten Testaments (denken Sie an Gestalten wie die, in welchen Mon und Elia in unseren Darstellungen erscheinen), nicht liebenswürdig, aber gewaltig und voll Charakter. Der verstorbene Deutsch ist in England sehr bedeutend überschätzt. Können Sie sich z. B. denken, daß Jemand, der Nichts Bierteljahrcsschris't XI. 3. 4. 1V