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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1875-01-01 · 3-4 (1875) · p. Seite 285

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
11 (1875)
Issue
3-4 (1875)
Date
1875-01-01
Page
Seite 285 (sequence 125)
Language
German
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IRI
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Aus Briefen. 285 begründet bezeichnet werden, sondern lediglich ״des Friedens wegen" zugestanden wurden. Von historischer Wichtigkeit ist ferner, daß ursprünglich jene Segensprechung täglich durch die Kohanim geschah, daß für die Beschränkung derselben auf die Festtage, und zwar ausschließlich auf das Mußafgebet, durchaus eine begründete Rechtfertigung nicht vorhanden ist. Der wahre Grund liegt eben darin, daß der Werth der Kohanim gesunken war, und man keinen Anstand nahm, sich der Segnung durch sie zu entschlagen; als eine bloße Erinnerung erhielt man dieselbe für das Mußafgebet der Festtage, welche die Worte והשב כיענים לעבודתם enthalten. Wenn das Mittelalter so weit in der Beseitigung der Kohanim gegangen, so dürfte für unsere Zeit die dringende Aufforderung, mit allen Trümmern dieses Kasten-Unterschieds aufzuräumen, kaum abzuweisen sein. Damit erledigt sich die Anfrage wegen der dort getroffenen Einrichtung von selbst. Wenn Sie sich zu einer völligen Aufhebung nicht entschließen können, durch Ihre Anordnung jedoch einige Mißstände beseitigen, so ist sie berechtigt und verdient Anerkennung. Freilich verlangt die alte Satzung, daß die Gemeinde mit dem Gestchte den Segensprechenden zugekehrt sei, jedoch hat man es auch damit nicht so streng genommen und Abweichungen nachgegeben. Von Hrn. I. R. D. 6. Juli 1874. Indem die Unterzeichneten für die genommene Freiheit, Hie mit dieser Angelegenheit zu beschäftigen, bestens um Entschuldigung bitten, erlauben sie sich, Sie, hochgeehrter Herr, in folgender Streitsache um Ihre geehrte Meinung zu ersuchen. Die streitigen Punkte, welche wir Ihrer geehrten Entscheidung überlassen, betreffen das Judenthum und sind folgende. So behauptet der Eine von uns beiden, Oskar: I. a) Die uns überlieferte Lehre der Thorah muß von jedem rechtgläubigen Juden, ohne jede vorhergehende Prüfung, als wahr und richtig angenommen werden. b) Eine Prüfung der Thorah in Betreff ihrer Wahrheit und Richtigkeit ist unmöglich. o) Wer sich herausnehmen wollte, die Thorah in Betreff der Wahrheit ihrer Lehren zu prüfen, macht sich zum Apikores (oder wie die Jesuiten sagen zum Ketzer).

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