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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1875-01-01 · 3-4 (1875) · p. Seite 281

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
11 (1875)
Issue
3-4 (1875)
Date
1875-01-01
Page
Seite 281 (sequence 121)
Language
German
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Aus Briefen. 281 ein so großer Gedanke und dabei so neu zu jener Zeit, daß aus ihm die tiefe lebendige Erkenntniß von der Univeralität religiöser Erleuchtung hervorgeht und alle Volksschranke gebrochen ist, soweit es eben in der gegebenen Lage möglich war. Daß Jerusalem noch als Mittelpunkt betrachtet wird, ist wahrlich bei dem Bestände des Staates, bei dem Gegensätze zu den heidnischen Völkern, nicht derwunderlich. Das ganze Wesen des jüdischen Alexandrinismus aber geht auf solche Verallgemeinerung hinaus; alle Mittel, welche das Christenthum dafür anwendet, sind ihm von diesem an die Hand gegeben. — Daß Paulus ein bedeutender Mensch gewesen, wird gewiß Niemand in Abrede stellen, aber er ward von den Verhältnissen zu Zielen hingedrängt, die er kaum beabsichtigt hatte, und er erreichte sie mit einer unwahren Dialektik, die ebenso wie die Midraschisten verfährt, aber innerlich' keineswegs so berechtigt ist. Einen Gedanken, den ihm nicht Alexandrinismus und Pharisäismus zugetragen hatte, hatte er nicht, aber er brachte so viel Verschwommenheit in das Denken der Menschheit, daß wir heute noch daran arg kranken. Von Hrn. vr. Berliner. Berlin, 22. ®ec. 1872. Ich erlaube mir Ihnen hierdurch mitzutheilen, daß mir durch die Liberalität des Herrn Cultus-Ministers eine Subvention für eine Reise nach Italien behufs Untersuchung von hebräischen Handschriften gewährt worden ist. Ich hoffe, daß mir die Möglichkeit werde geboten werden, die zahlreichen Sammlungen in Rom, Parma, Florenz, Mailand und Turin näher kennen zu lernen. Gewiß dürften Sie Manches notirt haben, für das Ihnen eine Vergleichung mit handschriftlichen Quellen angenehm wäre. Ihre hierauf bezüglichen Wünsche werden mir bis zum 15. k. M. willkommen sein, da ich zu dieser Zeit abzureisen gedenke, um sie nach Kräften auszuführen. Antwort vom 23. Sie haben mich durch die Mittheilung von Ihrer bevorstehenden wissenschaftlichen Reise nach Italien angenehm überrascht, und dürfen wir Wohl daraus hervorgehenden fördernden Forschungen entgegensehen. Ihre Aufmerksamkeit ist auf die zahlreichen

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