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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1875-01-01 · 3-4 (1875) · p. Seite 279

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
11 (1875)
Issue
3-4 (1875)
Date
1875-01-01
Page
Seite 279 (sequence 119)
Language
German
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Aus Briefen. 279 Aus Briefen. Bon Hru. Pros. Nöldeke in Straßburg. Okt- 1872. Ich kann es nicht lassen. Ihnen sofort ein paar Worte zu schreiben, nach dem ich so eben das letzte Heft Ihrer Zeitschr. gelesen. Es mag schlecht sein, bei einer Sache, die dem Betroffenen so hoch ernst ist, heiter gestimmt zu werden, aber ich habe es nicht lassen können, bei Ihrer vortrefflichen״Empfangsbescheinigung" sehr heiter zu werden, und als ich den Schluß las, daß Sie ״vor feiner Gelehrsamkeit in der arab. Literatur und auch sonst" gar keinen Respect haben, bin ich laut lachend aufgesprungen. Nein, das ist mir ein recht handfester Ultramontaner, doch persönlich zehnmal lieber ffreilich ist er 20 mal so gefährlich), als so ein lutherischer Gottesmann, der sich halb aus Dummheit, halb aus Albernheit auf's hohe Pferd setzt. Großer Gott, was wäre aus uns Menschen der Neuzeit geworden, wenn die Reformatoren des 16. Jahrhunderts solche eingebildete Jammermenschen gewesen! Ganz anders kann ich dem alten Delitzsch nachfühlen. Ich stehe nicht auf seinem Standpunkt, aber ich begreife es, daß er sich durch Ihren Ausspruch verletzt fühlt, obgleich ich demselben eine gewisse Wahrheit — jedoch keine ganze — zugestehe. Sie können sich denken, daß ich bei Ihrer Correspondenz mit dem Herrn X. auf dessen Seite stehe, wenn ich natürlich auch den Ausdruck ״Zufall der Geburt" nicht treffend finde, wie er es bei genauerer Ueberlegung selbst nicht finden wird. Das Judenthum ist einmal immer Religion eines Volkes gewesen. Daß man einzelne Heiden aufnahm, spricht nicht dagegen, sowenig wie der Umstand, daß einzelne Prophetenstellen die Aussicht auf Ausdehnung der messianischen Herrlichkeit auf andere Völker oder auf alle eröffnen- Jerusalem und Juda resp. Israel sollen dabei doch den Mittel- Punkt bilden. Von Paulus denke ich sehr groß, obgleich es mir keine sympathische Persönlichkeit ist. Sehr hat mich das angesprochen, was Sie über die Alliance israel. und Verwandtes sagen. Zu kann ich jetzt noch den Nachtrag fügen, daß die Ostsyrer gewisse Wörter dieser Art im Plural auch mit Raphe (Rukkäch) lesen, welche im Sy. keine Aspiration haben, also wieder

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