Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 3-4 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 263 (sequence 103)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Jakob Saphir: Reisen. 263 Aecensionen. 1. 4אבן ספי״!־. Eben Saphir. Beschreibung der Reisen des R. Jakob Saphir aus Jerusalem durch Egypten, Arabien, Jemen, Aden, Ostindien (Vorder- und Hinterindien) und Australien mit besonderer Berücksichtigung der Geschichte und des Zustandes der in den genannten Ländern wohnenden Israeliten, sammt Kopien alter Grabmäler, Lieder, Er- Zahlungen; auch allerlei Forschungen auf historisch-religiösem Gebiete. II. Theil. Mainz 1874. 237 Seiten. 8. Dem ersten Theile des hebräisch geschriebenen Werkes, welcher 1866 erschienen und die Beschreibung der Reise durch die drei auf dem Titel zuerst genannten Länder enthält, folgt nun der zweite Theil mit dem Reste der Reisebeschreibung. Offenbar enthielt der erste Theil die interessantere Partie der Reise, namentlich nach dem Standpunkte und den schriftstellerischen Zwecken des Verfassers. Jemen zumal ist ein noch wenig besuchtes, schwer zugängliches und daher nur dürftig bekanntes Land; dabei ist die jüdische Bevölkerung eine von alter Zeit her dort heimische, und wenn sie auch jetzt sehr verkommen ist, so hat sie doch manche alte Sitte treu bewahrt und birgt manche werthvolle Alterthümer. Hingegen werden die später von unserem Reisenden durchwanderten Gegenden von gar Vielen besucht, die weit reicher als er ausgestattet sind, das Eigenthümliche wahrzunehmen und ihre Wahrnehmungen darzustellen. Die jüdische Bevölkerung aber kann ein tieferes, wissenschaftliches Interesse nicht erwecken, da sie lediglich aus neuen Ansiedlern besteht, die höchstens aus ihrer sonst bekannten ursprünglichen Heimath sich Einzelnes bewahrt haben, sonst aber blos das unfertige Bild neuer Gründungen oder werdender Gemeinschaften darbieten. Hr. S. hatte früher für den zweiten Band gerade die literarischen Mittheilungen versprochen, jedoch werden diese nunmehr einem in Aussicht gestellten dritten Bande zugewiesen, während im zweiten eben die wenig Neues bietenden Reiseerlebnisse aus den genannten Ländern erzählt, einzelne literarische Eütdeckungen nur gelegentlich eingestreut und in einem etwas knappen Anhänge (von S. 174 an) angefügt werden.