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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1875-01-01 · 3-4 (1875) · p. Seite 257

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
11 (1875)
Issue
3-4 (1875)
Date
1875-01-01
Page
Seite 257 (sequence 97)
Language
German
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Umschau. 257 Gesänge von Instrumenten begleitet werden, während die Mischnah sie bei beiden voraussetzt, und zwar die Rohrflöte, חליל (wie der Vrf. sie aus Matth. 9, 23 kennt, wo die avirjrai bei der Todtenfeier Vorkommen — während sie in den Parallelstellen bei Marcus und Lucas fehlen, — avXog aber wird als Uebersetzung für חליל gebraucht). Für beide zusammen lesen wir sie Mischn. Baba mezi'a 6, 1; חלילץ לכלח או למת, für die Todtenklage aber ist sie so obligat, daß vorgeschrieben ist, selbst der ärmste Mann müsse, um seine Frau anständig zu bestatten, mindestens für zwei חלילין sorgen (Khethuboth 4, 4, vgl. auch Schabb. 23, 4). Sonst hat allerdings die Todtenklage durch dazu bestellte Frauen viele Aehnlichkeit, besonders auch der Umstand, daß eine Kundige allein den Gesang anstimmt, die Andern blos den Weheruf wiederholen, Mosd katon 3, 9. — Beachtenswerth ist, daß in der Todtenklage auch immer der Schwester des Verstorbenen gedacht wird, und der Vrf. bezieht mit Recht darauf die Worte Jer. 22, 18: Ach mein Bruder! ach Schwester, wie ich diese Erklärung schon in der Zeitschrift der Deutschen morgen!. Gesellsch., Bd. XVIII (1864), S. 826 nachgewiesen habe. — Auch der Sitte begegnen wir, daß sämmtliche anwesende Männer sich bei dem Tragen der Leiche zum Grabe betheiligen, indem sie einander ablösen; das find die נוטואי חממח וחלופיחן וחלופי חלופיחן, Berach. 3, 1. Wir verlassen auch diese Abhandlung nach den gegebenen kurzen Hinweisen, indem wir dem Leser empfehlen, sich mit deren weiterem reichen Inhalte selbst bekannt zu machen. 3. Einer dritten Reihe kleiner Untersuchungen begegnen wir in der dritten Auflage des Delitsch'schen Psalmen - Commentars (Bd.II, S.380 —95); sie bieten vier Excurse: 1. Die Symbolik des Waschbeckens und des Schuhs (zu Ps. 60, 10 sund 108, 10s); 2. Ueber den Vogelnamen דרור (zu Ps. 84, 4); 3. Ueber die landwirthschaftliche Bedeutung des Wortes מעה (zu Ps. 129, 3); 4. Ueber אנועוח, Ps. 69, 21. In allen erfreut man sich an der feinen geistvollen sprachlichen und sachlichen Behandlung, die durch die vertraute Bekanntschaft des Vrf. mit Geist und Sitten der Semiten unterstützt wird. Man findet in ihnen auch ferner weitere Ausblicke nach andern Stellen hin, die in hohem Grade anregend sind, so in der ersten über das Schuhausziehen bei Verweigerung der Schwagerehe, in der zweiten — abgesehen von der werthvollen Erörterung über das arabische Wort, das Saadias zur Wieder- Vierteljahresschrist xi. 3. 4. 17

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