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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1875-01-01 · 3-4 (1875) · p. Seite 253

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
11 (1875)
Issue
3-4 (1875)
Date
1875-01-01
Page
Seite 253 (sequence 93)
Language
German
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Umschau. 253 hält diese Wendung, sollte ich meinen, eine ganz andere Bedeutung. Nicht anders verhält sich's Ps. 35, 16 mit der Bezeichnung der Spötter als לעגי מעוג. Zugegeben, es soll 11212 hier Kuchen heißen, und Kuchenwitzlinge so viel wie ״Schmarotzer" sein, so liegt es doch auf der Hand, daß in der Zusammenstellung dieser beiden Wörter das ״moquante" Wesen sich spiegeln soll, gerade so wie man Jer. 20, 7 in כלה לעג לי das ״laute Lachen Aller" zu hören glaubt, und, worauf mich das alliterirende ל führt, 2 Sam. 18, 5 in לאט לי לגער לאבשלום die flehentliche Angst des bebenden Vaterherzens nachzittert. Das gleiche Verhältniß findet statt Hiob 37, 6 bei den Worten וגשם בלטרווז עזו, die sicherlich das Gießen, Strömen, Sausen des rauschenden Regens, ähnlich wie wir das. 38, 27 in להשביע שאה ומשואה ולהצמיח נלצא דשא das Gießen und Sprießen wahrzunehmen meinen, unserm Ohre vernehmbar machen sollen. Da fragt sich's wiederum, wie sollen wir es übersetzen, da ״Regengüsse seiner Macht", wenngleich der Hinweis auf Gottes Allmacht am Platze ist, zu matt erscheint. Es würde bei solchen Stellen, wenn sich's darum handeln soll, ein möglichst treues Abbild des Kunstwerks zu gewähren, eine doppelte Uebersetzung erforderlich sein, eine, die dem Inhalte vollständig gerecht wird, und eine, die die Form wiedergiebt. Das letztere mag Wohl einem Voß zuzumuthen sein, der überhaupt nicht an wörtliche Treue gebunden war; im Allgemeinen würde nichts Andres übrig bleiben, als der Uebertragung des Sinnes solche Stellen im Originale beizufügen.x) Egers. Indem ich die feinen Bemerkungen des geschätzten Hrn. Mitarbeiters über die Bedeutung des malenden Wortklanges und des gesuchten Anklanges in der Aufeinanderfolge der Worte und der Sätze für die hebräischen Dichter gern den Lesern zur Beachtung vorlege, glaube ich doch darauf hindeuten zu dürfen, daß das einem poetischen Naturtriebe nach Wohlklang entstammende, aber durch keine bestimmten Gesetze zu umschreibende Verfahren doch mit großer Vorsicht als Maßstab an die Dichterwerke angelegt, am Allerwenigsten zum Richter in Fragen der Kritik eingesetzt werden darf. Schon die Punktation des יכשילהו am Anfänge von Ps. 64, 9 in dem Umstande bestätigt zu finden, daß V. 10 mit השכילו schließt, ist gesucht; aber die offenbar falsche Lesart ןדבם: (Ps. 49, 12) für קברם , welches letztere von den alten Autoritäten bezeugt, und dessen Umwandlungsgeschichte mit deren Beranlassung uns so klar vorliegt, damit schützen zu wollen, daß das folgende Versgüed mir ךאו£ beginnt, das wäre doch: äußeren Zufälligkeiten das innere Wesen zum Opfer bringen. G.

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