Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 3-4 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 252 (sequence 92)
- Language
- German
- Belongs to
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252 Umschau. Sprache zu übertragen. Allerdings wird in vielen Fällen, wenngleich der volle Genuß, den das Original durch jenen Formenschmuck gewährt, geschmälert wird, doch die richtige Auffassung nicht darunter leiden So verschlägt es für den Inhalt nichts, wenn man bei Uebersetzung der beiden Verse: Ps. 15, 3 לא 5ש!ר ל רעהי רעה יחרפה לא נשא עלקרבו und Jes. 41, 2 יתןכעפר חרבי כקטז נדן* נןטזתו nicht jedes der Wortspiele — ein solches bilden Wohl auch die Objekte im ersten Gliede des zweiten Verses, welche Annahme ich durch die Zusammenstellung desselben mit dem zweiten Gliede des ersten glaube gestützt zu haben, — nachbildet. Freilich darf nicht außer Acht gelassen werden, daß für die richtige Beurtheilung des Textes selbst, auch in Anbetracht der Vokale, die Beachtung der Figuren, die vornehmlich in der morgenländischen Poesie eine hervorragende Stellung einnehmen, von Bedeutung ist. Wenn Ps. 64, 9 Hupseid ויהשילהו lesen will, so liegt für mich der triftigste Grund, an dem von unserm Text gebotenen ויכשילהו festzuhalten, darin, daß dasselbe an ונליבשהל ה(צכילל des nachfolgenden Verses anklingen oll. (Vgl. meine Recension im jüngsten Hefte dsr. Ztsch. S. 121.) Ebenso würde ich Ps. 49, 12 קברם für קרבם zu lesen schon deshalb Anstand nehmen, weil das folgende Versglied mit קראו beginnt, und mich schwer entschließen, Jes. 14, 6 die Lesart נלרדף zu verwerfen, weil dieses mit רדה alliterirende Wort auch mit dem auf letzteres folgenden;באן einen gleichen Auslaut hat. Wenn dagegen für das von mir oben angenommene Wortspiel die Punktation קעפר besser passen würde, so gebe ich zu erwägen, daß für ein solches עפר an sich vollkommen genügt, und dieser Auffassung die übliche Vokalisation nicht widerstrebt. In manchen Fällen aber, wo fich's um Klangmalerei handelt, drängt sich geradezu die Frage auf, ob hier nicht die Form so wesentlich ist, daß die treue Wiedergabe des Sinnes ihr untergeordnet werden muß. Uebersetzt man Ps. 2, 2 ״Warum toben die Völker, und die Nationen sinnen Eiteles", so ist, meines Erachtens, die Frage nicht abzuweisen, warum das Prädikat des zweiten Versgliedes dem des ersten so wenig angemessen ist. Einen ganz andern Eindruck macht aber auch im Original, antönend an רגשו, der Ausdruck יהגו ריק, der etwa unserm ״verrückt" entsprechen würde, wollte man ihn, ohne den Sinn zu entstellen, in seiner Lautähnlichkeit wiedergeben. Von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet, er-