Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 3-4 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 251 (sequence 91)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Umschau. 251 46. Eine arabische Phrase im Kommentar zu Waimonides. In einer Nummer des Maggid (8. Juli d. I.), die mir zufällig zu Gesicht kommt, finde ich (S. 243) eine Bemerkung des Hrn. vr.Moritz Eisler, des kundigen Vfr.'s der ״Vorlesungen über die jüdischen Philosophen des Mittelalters" (Wien 1870) — eines beachtenswerthen Schriftchens, — welche ich hiemit zu weiterer Kenntnißnahme bringen möchte. In Jeßode ha-Thora 4, 8 definirt nämlich Maimonides die Seele als ״Form" (Zurah) des thierischen Wesens; das ist der aristotelische philosophische Terminus der Morphe. Der Commentator will den mit den philosophischen Schulausdrücken nicht vertrauten Leser vor dem Jrrthum bewahren, daß hier etwa der im gewöhnlichen Leben gebräuchliche Ausdruck ״Form" gemeint sei; er bemerkt deßhalb, Zurah werde in doppeltem Sinne gebraucht, erstens als äußere Gestalt, dann aber auch als wesentliche Eigenthümlichkeit eines Dinges. Für die erste Bedeutung, die er auch mit תאר bezeichnet, sagt er ferner, sie werde genannt: שכל חרכשיט. Was sollen diese Worte hier? Sie sind ganz unpassend, wenn sie als hebräisch betrachtet werden, wie sie Wohl von Abschreibern und Druckern genommen worden, so daß in das eine auch ein kleiner Fehler eingeschlichen. Sie find aber arabisch, das zweite muß תכטיט (mit Teth) lauten dieser beiden Worte zusammen bedient sich. Maim. auch sogleich am Anfänge seines Moreh (I, 1), wo sie von Thibbon mit :תכובד und תאר übersetzt werden. 4. Sept. 47. Eine Klippe in der Uebertragung. Kaum geringere Bewunderung als Homerts berühmter Vers ״Avrig inaircc 71 sSovds xvXtvSsro laag ävou§7\g findet Vossens meisterhafte Uebertragung. ״Hurtig mit Donnergepolter entrollte der tückische Marmor." Gleichwohl läßt das Original die Copie weit hinter sich, weil es den wunderbaren Effekt mit viel einfacheren Mitteln erreicht. In Homer's Verse ist kein Wort überflüssig, keines gesucht. Es ist, als ob die einfachen Worte ״Wiederum hin zu dem Fuße sich wälzte der schamlose Stein dann" von selbst sich zum Satze gefügt hätten. Wir erkennen an diesem Beispiele, wie schwer, ja, wohl unmöglich, bei aller Virtuosität, es sei, mit dem entsprechenden Inhalte auch das Gewand an bezeichnenden Stellen in eine andere