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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1875-01-01 · 3-4 (1875) · p. Seite 241

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
11 (1875)
Issue
3-4 (1875)
Date
1875-01-01
Page
Seite 241 (sequence 81)
Language
German
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Umschau. 241 stimmten, zu einer Glaubensüberzeugung erhobenen Vorstellung über ein fortdauernd^ Seelenleben oder ein in Zukunft erneutes körperliches Dasein gar weit verschieden ist. Ein ausgeprägter Ausdruck aber für den Unsterblichkeitsglauben — wie ihn der Vrf. in אלמת annimmt — setzt eine so vollkommen ausgebildete bewußte Ueberzeugung voraus, daß man ihn nicht auf Analogieen mit irgendwo vorkommenden vagen Vorstellungen gründen darf. Es ist abenteuerlich, den Glauben an Auferstehung von den Aegyptern abzuleiten, während er nachweislich blos dem Buche Daniel bekannt, also den Persern entlehnt ist. Es ist ein gar seltsames Verfahren, anzunehmen, Ansichten über Fortdauer nach dem Tode seien bei dem hebräischen Volke, und ebenso bei den Nachbarvölkern verbreitet gewesen, und nur die Propheten hätten diese Volksvorstellungen bekämpft, und der Vrf. scheint nicht übel Lust zu haben, gegen die ״rationalistischen" Propheten Partei zu nehmen. Freilich wenn man Nekromantie, Todtenbeschwörung u. dgl. zu Unsterblichkeitslehren umstempelt, dann vermag man auch diese in populären abergläubischen Bräuchen aufzufinden. Gegen Anderes kämpfen aber die Propheten nicht an, und wenn sie aussprechen, daß nach dem Tode der Mensch nicht mehr ist, so trägt diese Aussage niemals das Gepräge eines Kampfes gegen abweichende Vorstellungen an sich, sondern hat in dem andern Zwecken dienenden Zusammenhänge der Rede seine vollkommen genügende Anknüpfung. Auch an Herbeiziehung ungeeigneter Analogieen fehlt es nicht. Es kommt allerdings Wohl dem Vfr. für seine Untersuchungen nicht darauf an, ״die Identität von גזל und ׳'גזר zu behaupten; wenn er es dennoch thut (S. 14 Anm.) und sich zur Unterstützung dieser Gleichstellung auf דיכי גזלות beruft, das der Thalmud in dem Sinne von ד גזרות nehme, so beruht jene Bezeichnung, nach Urschrift S. 119 f., auf Veranlassungen, die mit in der Natur der Sprache liegenden Lautumwandlungen gar Nichts zu thun haben. — לבלו — לם״ bezieht sich ebensowohl auf den Singular wie auf den Plural, entsprechend dem hebräischen Sprachgebrauche (Gen. 9, 26)", sagt der Vrf. (S. 20). Allein das לבלו in der angezogenen Bibelstelle bezieht sich schwerlich auf einen Sing., vielmehr ist das zweite Versglied aus V. 27 in seiner alten Fassung geblieben, während das erste, wie es in V- 27 lautet — zu dem das לבלו allein passend ist, — in V. 26 eine Umwandlung erfahren hat. Für den Ausdruck קדש glaubt sich Hr. H. (S. 31) auf Jes. Vierlellahresschrift XI. 3 4. 16

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