Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 3-4 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 239 (sequence 79)
- Language
- German
- Belongs to
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Umschau. 239 nommen ist und dabei seine ganz gute etymologische Erklärung im Hebräischen selbst findet als: flüchtig Vorübergehendes, Vergängliches. Daß bis jetzt zur Aufstellung des Gedankenkreises und der geschichtlichen Begebenheiten im Jsraelitismus aus dem Assyrischen Wesentliches beigebracht worden, wird sich auch kaum behaupten lassen. Als Ertrag dürfte zu betrachten sein der Nachweis der Monatsnamen, die in den spätern bibl. Büchern aus Babylon, bzw. Assyrien entlehnt sind, und welche wir bei Schräder (A. T. S. 247 f.) neben einander gestellt finden. Noch gewichtiger erscheint mir die constante Bezeichnung des Reiches Israel als das des Dmri, wie wir ihr auch auf dem moabitischen Mescha'steine begegnen. Dies bekundet einerseits, daß das Reich Israel vor Dmri nach Außen hin keine Beziehungen hatte, zu keiner Geltung gelangt war, daß aber andererseits Dmri demselben ein bestimmtes Gepräge gegeben, deßhalb das Reich im Auslande seinen Namen nicht blos unter den seiner Dynastie angehörigen Nachfolgern trug, sondern ihn auch dann beibehielt, als seine Dynastie bereits einer andern Weichen mußte, wie Inschriften aus der Zeit Thiglath-Pileser's (Jahr 734) und seines Nachfolgers Sargon belehren (Schräder, K. A. T., S. 145 und 163). — Wir haben jedenfalls in Betreff Assyriens und seiner Einreihung in den Bereich des Semitismus noch mancher Aufklärung und Sicherung der zu gewinnenden Ergebnisse entgegenzusehen. Mit größerer Zuversicht bewegen wir uns auf dem Gebiete des Phönizischen. Einen neuen Ueberblick über die gewonnenen Nesultate und mannichfache Berichtigung unternimmt Hr. Joseph H a l 6 v y in den Melacges d’epigraphie et d’archeologie semitiques (Paris, 1874, 183 Seiten, 8). Bei dem Phönizischen und seinen Abzweigungen haben wir es mit einer Buchstabenschrift zu thun, die durch ihre enge Verwandtschaft mit der althebräischen, wie sie uns im Samaritanischen erhalten ist, über allem Zweifel fesisteht; die Schwierigkeiten, welche die Entzifferung bietet, liegen in der unbequemen, flüchtigen Darstellung der Zeichen, in der Unbeholfenheit des Materials, der Unkenntniß der Schreiber und Steinhauer, namentlich auch in dem Mangel der Wortabtheilung. Das giebt nun allerdings abweichenden Vermuthungen Raum, erschüttert aber nicht die Sicherheit im Allgemeinen. Auch das Sprachliche klingt uns in seinem Wortvorrathe wie in den Abwandlungen ganz bekannt an; dem Hebräischen