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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1875-01-01 · 3-4 (1875) · p. Seite 237

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
11 (1875)
Issue
3-4 (1875)
Date
1875-01-01
Page
Seite 237 (sequence 77)
Language
German
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Umschau. 237 Halten wir uns innerhalb des Semitismus, so haben in neuerer Zeit die Entdeckungen auf dem Boden, welchen einst das assyrische Reich eingenommen, an weitem Umfange gewonnen, und man ist von anfänglichem unsicheren Umhertasten nunmehr, wie die Assyriologen behaupten, zu vollkommen sichern Resultaten gelangt. Freilich bietet die Annahme von Keilen, welche ganze Silben und zwei, wie gelehrt wurde, zuweilen ganz verschiedene bedeuten, von Ideogrammen, die mitten hinein in die Sylbenschrift sich eindrängen, und die sehr allgemeine und daher schwankende Zeichen für ganze Begriffe und Begriffsreihen sein sollen, das angebliche Hineinragen einer alten verdrängten ״akkadischen" Sprache, die im Ganzen etwas schattenhaft ist, nun noch gar, nachdem sie von einer zur Herrschaft gelangten semitischen Sprache verschüttet worden, dennoch noch gespenstisch in derselben umgeht, dieses und noch vieles Andere weckt bei den ״Uneingeweihten" manches Bedenken. Der semitische Charakter des als entziffert Festgestellten erscheint sehr oft als höchst verdächtig, und gewagte Behauptungen regen in denen, die nun einmal dem künstlich gefügten Systeme sich nicht gefangen geben, sehr starke Zweifel an. Wenn man den Wortvorrath überblickt, wie er uns von S ch r a d e r in seinem -Werke: ״Die Keilinschriften und das A. T." (Gießen 1872) vorgelegt wird, so kann man nicht leicht der Wahrnehmung sich verschließen, daß die phonetisch geschriebenen Worte so wenig semitisch lauten. Man muß es als eine unberechtigte Voraussetzung betrachten, wenn der Mangel an Bildungen, wie sie den semitischen Sprachen eigenthümlich find, als bloße Verwischung und Abschwächung erklärt wird, die den semitischen Charakter durchaus nicht erschüttern sollen, während sie Schräder in der umfassenden Abhandlung, welche als ״kritische Untersuchung der Grundlagen der Entzifferung" bie Erklärung der ״assyrisch - babylonischen Keilinschriften" nach Sprache und Inhalt feststellen soll, und welche die Zeitschrift der deutschen morgenländischen Gesellschaft in ihrem 26. Bande enthält (auch als besondere Schrift erschienen), doch als eine sehr Zn bedauernde Erscheinung mit einem ״leider" kennzeichnet (S. 196 f. S. 197 unten, vgl. S. 283 über den Mangel des Ain!), von ganz ungewöhnlichen Abschwächungen, Jneorrectheiten, Willkürlichkeiten sprechen muß (S. 199 über אהדו. S. 200 über das Nichtvorhandensein der Doppelaussprache in בגדבפת. S. 204 f. seltsame Vertauschungen. S. 206. S. 230 ״fälschlich". S. 254 Anm. 3 und 294 Anm. 1

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