Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 3-4 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 69)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Umschau. 229 genügend andeuten, was man damit meine. So bediente man sich für das Tetragrammaton speeiell des Ausdruckes הטום, der Name schlechtweg, und für den allgemeinen Gottesbegriff der oben angegebenen Worte, darunter זרבלקום. Das ist jedoch nicht philosophische Sublimirung, weit eher eine Bersinnlichung nnd Veräußerlichung, ist aber auch das nicht, sondern lediglich Umschreibung, durchsichtige Verschleierung. Für den Alexandrinismus hingegen ist der Ausdruck ronog viel zu sinnlich, als daß er ihn für Gott hätte schaffen können, er muß ihn, wenn er ihn doch einmal in symbolischer Schrifterklärung dafür anwenden will, erst sublimiren,! um ihn sich mundgerecht zu machen, aber das Bürgerrecht in seinem Sprachgebrauch hat er nicht erhalten. Der späte Bereschith rabba erst wendet auch בלקום, das ihm in seiner feststehenden Bedeutung vorlag, die aggadische Erklärung an, die an die alexandrinische philosophische Sublimirung anklingt, die er dann auch für das nicht in solchem Sinne übliche aber biblisch poetische בלעדן benützt. In בלקום haben wir eine alte palästinische Umschreibung, die, indem sich eine Symbolisirung der ursprünglichen Wortbedeutung in analogem Sinne bei den Alexandrinern findet, zu der falschen Annahme verleiten kann, es habe hier eine Entlehnung aus dem Hellenismus Statt gefunden, während höchstens ein Zusammentreffen, aber von verschiedenen Ausgangspunkten, angenommen werden darf. Anders verhält es sich allerdings mit der Memra, ״dem Worte". Der ״Logos" hat Wohl den Keim seiner Entstehung in dem biblischeu fr\ דבר, in dem schöpferischen Gottesworte, ist aber in seiner eigenthümlichen Ausgestaltung zu der in Gott wirkenden, von ihm ausgehenden Kraft und zu einer sich wie selbstständig absondernden Persönlichkeit specisisch alexandrinisch, philonisch. Das ist ein rein philosophisches Bemühen, das sich nicht darauf beschränkt, Gott aus der profanen Redeweise fern zu halten, sondern das auch darauf ausgeht, ihn jeder Berührung mit der stofflichen Welt zu entziehen. Für diese Vermittelung zwischen Gott und der sinnlichen Welt eignete sich für den Alexandrinismus der Logos umsomehr, als er bei den Griechen nicht blos das Wort, sondern auch den Gedanken einschließt und so eine volle geistige Gottesmacht bezeichnet, die ein innerlich an ihn Geknüpftes und zugleich eine Aeußerung ist. Das ist nun allerdings als ״Memra" übergegangen, aber lediglich in die Bibelübersetzung der Thargume, nimmermehr aber in die halachische und haggadische Literatur; die Thargume aber