Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 3-4 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 217 (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
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Umschau. 217 Midraschim, wünschen möchte, jedenfalls aber die Stellenangabe für biblische und thalmudische Citate verlangen durfte. Anderswo vermißt man auch angemessene Hinweisungen auf bereits gemachte Untersuchungen. So wäre zu S. 56 zu bemerken gewesen, daß die dort angegebenen Gebetformeln wie auf S. 87 (vgl. 205) die Jgnorirung der zweiten Festtage auf palästinischem Ursprung, jedenfalls auf Abhängigkeit von älteren palästinischen Quellen hinweist. Wenn S. 71 N7 (Ps. 68, 9) ״brennen" gedeutet wird nach Dan. 3, 19 (lies: MN md2), so hätte darauf hingewiesen werden sollen, daß diese Erklärung vielfach bei den rabbinischen Exegeten wiederkehrt (diese Ztschr. Bd. IX S. 311 und Anm. 1). Auch über den apokryphen Elasar ben Arach (S. 73) durfte man eine Hinweisung auf diese Ztschr. Bd. IX S. 48 Anm. 2 erwarten, ebenso bei der Deutung von כזיב (Gen. 38, 5) mit ״aufhören" (S. 103) auf Urschrift S. 462, bei den abweichenden Ansichten über den Werth der Gelübde (S. 104 vgl. 125) auf diese Ztschr. Bd. I S. 56 und Anm. — Die Ergänzung in Jalkut nach der Salonikier-Ausgäbe (S. 207 f.) ist vollständig bereits in dieser Ztschr. Bd. X S. 126 abgedruckt. Die Ansicht, daß die Erzählung von den zwei vor Salomo über das Kind hadernden Frauen nicht als eine wirkliche Begebenheit, sondern als der Reflex des Volksurtheils über Einheit oder Theilung des Reiches aufzufassen sei (S. LIII), ist bereits in dem ersten Hefte meiner Vorlesungen über ״das Judenthum und seine Geschichte" S. 60 f. (zweite Auflage S. 62 f.) vorgetragen. Warum das Chanuckafest von der Mischnah — über- Haupt in der ganzen thalmudischen Literatur — so karg bedacht wird, ist bereits in Urschrift S. 203 erörtert, und glaube ich kaum, daß was Hr. I. hier S. LVI darüber sagt, richtiger ist. Das zweite Makkabäerbuch für alexandrinisch zu Hallen, wie hier S. VIII f. behauptet wird, kann ich schwer zugeben. Sehr bezweifeln möchte ich auch, ob die nachdrückliche Hervorhebung der Vaterliebe und das Anknüpfen an den Namen Joab wirklich eine antichristliche Tendenz im Hintergründe hat, wie S. XXIII aufgestellt wird. Noch auf Einzelnes dürfte sich die Aufmerksamkeit lenken. Wenn wir S. 54 lesen, Isaak sei als Opfer auf Moriah bereits Asche gewesen, diese über den Berg gestreut worden, dann durch den Thau, den Gott darauf senkte, wieder belebt worden, so sucht diese Ungeheuerlichkeit in der Verdrehung der Thatsache ihres Gleichen. Die Nebeneinanderstellung des Sanstseins, wie die Taube