Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 3-4 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Umschau. 197 25. Das Jahr der Abfassung des Emunoth we-deoth. Die Annahme Firkowitsch's, deren oben Bd. X, S. 25, gedacht ist, wonach Saadias sein Emunoth 4653--893 abgefaßt habe, und demnach die bisherigen Feststellungen über seine Lebenszeit einer Berichtigung bedürfen, — diese ganze Annahme stützt sich offenbar zunächst auf die Lesart, welche F. in einer arabischen Handschrift des Emunoth gefunden zu haben glaubt, und hat er wohl auch die betreffende Stelle lediglich zu dem Behufe photographisch dervielfältigen lassen, wonach auch ich oben (Bd. IX. S. 234 f.) dieselbe wiedergegeben habe. Bei nochmaliger Betrachtung der photographischen Karte scheint mir auch dieses Zeugniß — das, wenn es auch richtig wäre, als nur von einer einzelnen Handschrift herrührend, nicht entscheidend ist — gänzlich hinfällig. In der Zahl nämlich, welche F. und auch ich zuerst nach ihm תדרכג gelesen, zieht sich vom Kopfe des Wav aus ein verbindendes schiefes Strichlein, zu der Mitte des Nun hin, so daß letzteres eben ein Zade wird; der Fuß von Nun ist in der Handschrift ebenso breit wie der von Zade. Somit enthält gerade auch sie die Jahreszahl 693 — 933. 13. Oct. 26. Essenismus und Buddhaismus. Wir haben oben, Bd. IX., S. 32 ff. nachgewiesen, daß die Ansicht, der Buddhaismus habe irgendwie eine Einwirkung auf die Entstehung des Essenismus geübt, daß die Anschauungen im letzteren dem ersteren entlehnt seien, ohne alle Begründung ist. Eine Bestätigung dafür giebt der englische Gelehrte Hr. P. le Page Renouf in der Academy vom 15. Oct. bei Besprechung eines Werkes von E. Revillout: Vie et Sentences de Secundus. Indem Hr. Rev. diesen unbedeutenden Schriftsteller von indischen Philosophemen bestimmt sein läßt, ihn aber dennoch hoch hinauf setzt, hält er dessen Buch für wohlgeeignet, die Anschauungen der ersten christlichen Jahrhunderte, namentlich die da herrschende gnostische Richtung zu beleuchten. Dem tritt nun Hr. Ren., indem er jenen Schriftsteller zeitlich tief heruntersetzt, mit den Worten entgegen: ״Ein Werk, in welchem die Theorie über Fatalismus oder Vorsehung direct aus einem indischen Buche abgeleitet ist, ist entschieden nicht geeignet, den kirchengeschichtlichen Gnosticismus zu beleuchten. Dieser ist eine Pflanze westlichen Wachsthums. Wäh-