Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 3-4 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 188 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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18s Umschau. Welche bei ihrem Uebergange in den hebräischen Text eine semitische Form und Farbe angenommen hätten. Weil die meisten dieser Wörter der Volkssprache angehörten, so finde man in den umgebildeten lateinischen Vocabeln sehr alte Spuren des Vulgärlatein, dessen letzte Entwickelung sich in den romanischen Sprachen zeige. — Zunächst werden nun lateinische pluralia neutra besprochen, die als feminina des Singular ins Hebräische übergehen; sodann wird an Beispielen gezeigt, daß schon damals bei An- Wendung lateinischer Wörter die Casus obl. den Nominativ verdrängten. S. 146—176. 6108868 6t glossaires hebreux-francais du moyen-age. Herr Darmesteter, wohl bekannt mit den Forschungen von Zunz, Cahen, Clement Müllet und Delitzsch, gibt Proben einer größeren Arbeit, welche er demnächst veröffentlichen wird. Mit ״glosses“ bezeichnet D. französische, mit hebräischen Buchstaben geschriebene Wörter, welche einen integrirenden Theil der hebräischen Commentare bilden. Wie wichtig eine neue Bearbeitung dieser Glossen sei, zeigt D. an mehreren Beispielen. Die Schreiber, welche das hebr. Wort nicht verstanden, waren groben Jrrthümern ausgesetzt; so geschah es, daß bei der Aehnlichkeit des hebr. d und 1׳ aus r0d0gu61- — rogner (einschneiden, beschn., einschränken) dor0gn6r und dodogner wurde (p. 152). Die französ., von den Schreibern entstellten Glossen wurden nun, als sie fehlerhaft gedruckt waren, im Allgemeinen vernachlässigt. Als man sich endlich am Ende des vorigen Jahrh. mit ihrer Erklärung beschäftigte, konnte nach Darmesteter nichts Ersprießliches geleistet werden, weil die meisten Bearbeiter, deutsche oder polnische Juden, das Neufranzösische schlecht und das Altfranzösische gar nicht verstanden. Den Arbeiten von Zunz und Wogue auf diesem Gebiete läßt D. zwar die verdiente Anerkennung zu Theil werden; doch hält er eine neue kritische Bearbeitung der Glossen für nothwendig (p. 153—154.) S. 163—176 zeigt D., wie er die ״glossaires“, zusammenhängende, ins französische übersetzte Stellen, zu behandeln gedenkt; sie sollen in Hinsicht der Grammatik und Phonetik einem eingehenden Studium unterworfen werden; Herr D. hofft mindestens 20—25000 verschiedene Erklärungen zu bearbeiten, auch wenn er die mehrmals wiederkehrenden Ausdrücke nur einmal in Rechnung bringt.