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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1875-01-01 · 3-4 (1875) · p. Seite 185

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
11 (1875)
Issue
3-4 (1875)
Date
1875-01-01
Page
Seite 185 (sequence 25)
Language
German
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Umschau. 185 In dieser Gestalt konnte es die Welt trotz ihrer geistigen Entleerung nicht erobern. Aber eine Abzweigung von ihm, die des nationalen und Satzungsgewandes sich entkleidete, mußte willkommener sein, und man ließ sich eher einen gespensterhaften Gedankeninhalt als die Beschwerden im thätigen Leben gefallen. Dieses erklärt uns den Fall des Heidenthums und den Sieg des Christenthums. Jenes ist nicht von diesem besiegt worden, es verkam vielmehr in seinem eignen Siechthume; dem viel schwächern Judenthume gegenüber blieb und bleibt das Christenthum machtlos. Dieses siegte nicht Lu hoc signo, nicht durch die einzigartige Größe Jesu, nicht durch seine eigene specifische Wahrheit, es siegte durch die dem Judenthum entlehnten ewigen Wahrheiten, die es — und das allein ist sein Verdienst — aus den nationalen und Satzungsbanden zu befreien wußte, aber es entstellte sie, indem es sie mit allerhand Wahn vermischte und gerade diesen auf den Geistesthron zu setzen bemüht war und an diesem Versuche noch immer festhält. Das Christenthum befindet sich daher gegenwärtig in derselben Lage, zu welcher das philosophirende Heidenthum in den Tagen des Celsus herabgesunken war, und die denkende Welt steht heute zu ihm in demselben Gegensätze, ebenso abgewendet, wie damals dem Dämonenspuke. Doch ist sie hoffentlich nicht so greisenhaft unkräftig geworden und wird ihren Gedankenheiland aus sich selbst gebären. 7. Juli. 20. Zum einleitenden Gedichte in dem Briefe Chasdai Schaprut's an den Chazaren-König. Bekanntlich enthält das Schreiben Chasdai Schaprut's an den König der Chazaren, welches den späteren Cusari-Ausgaben gleichfalls vorangedruckt ist, eine gereimte Einleitung, in der das Akrostichon אני דזסדאי בר יצחק בר עזרא בר עזפרוט angebracht ist; aber auch in den noch übrigbleibenden Zeilen fand Luzzatto אנחא בך כרמן und erkannte, daß dies ein weiteres Akrostichon des eigentlichen Abfassers, nämlich Manachem's ben Saruk, sein solle, der aber, wie er vermuthete, seinen Namen absichtlich etwas verhüllt habe. Indem ich im Wesentlichen zustimmte, glaubte ich, daß Menachem seinen Namen Wohl richtig durch die Anfänge der Zeilen ausgedrückt habe, daß aber dann mit seinen Worten etwa absichtlich Aenderungen vorgenommen worden, und versuchte ich,

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