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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1875-01-01 · 3-4 (1875) · p. Seite 180

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
11 (1875)
Issue
3-4 (1875)
Date
1875-01-01
Page
Seite 180 (sequence 20)
Language
German
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180 Umschau. des Koheleth-Verses sei, meinte ich, den Lehrern des Midrasch und der Gemara nicht unbekannt gewesen. ״Wenn in ersterem z. St. ein Lehrer erklärt: כאילי!־ גלגליא דציפוריך, ein anderer כאילין רגבייה דטבריד!, so heißt dies nichts anderes als ״wie die Steindeckel, mit denen man in Sepphoris, wie die Erdschollen, mit denen man in Tiberias das Grab deckt", indem Sepphoris, hochgelegen, Felsen darbietet, in welche die Gräber gehauen worden, die Mündungen aber mit Felsblöcken wieder geschlossen wurden während in Tiberias, das niedrig lag , die Gräber in lockeren Boden gegraben und mit Erdschollen bedeckt wurden. Wenn ferner in der Gem. Schabbath 152 b. die Behauptung, der Verstorbene merke Nichts mehr von den irdischen Dingen, sobald sich der Grabesdeckel geschlossen (מעויסתום חגולל), mit dem Anfänge des folg. V. וישב belegt wird, so scheint mir dies ^in Mißverständniß der Abschreiber zu sein, indem vielmehr die vorangehenden Worte, eben die besprochenen ונויץ!־!גלגל, gemeint sind." Es ist in der That auffallend, daß Wortbedeutung und Verserklärung von den der nachbiblischen Literatur Kundigen bisher nicht aufgefunden worden, da das Wort noch sonst in dieser seine Belege hat. So spricht die Mischnah Baba bathra 4, 5 von dem גלגל der Oelpresse, was Nathan in Aruch, richtiger als Raschi, mit dem Stein erklärt, welcher auf den Preßbalken gelegt wird, um seinen Druck zu vermehren. Daher ist auch Middoth 5, 4 nach der zweiten von Nathan gegebenen Erklärung aufzufassen: In der Quellenzelle (!לשכת!־!גלד, so ist auszusprechen) war ein dauernder Quellbrunnen und der Steindeckel lag darauf (ודזגלגל 1(נחון עליו). Somit heißt גלגל: die Walze, der hingewälzte Stein, welcher die Oeffnung verschließt, und so auch in der Kohelethstelle. S. Juni. 17. Heinrich Heine und Fanny Lewald über Juden. Es bleibt ein ehrendes Zeugniß für die Innigkeit des jüdischen Geisteslebens, daß Dichter und Schriftsteller, welche dem jüdischen Stanime entsprofsen, daher durch Familienleben und Jugenderinnerungen wie durch traulichen Verkehr an den Geistes- und ') Erubin 10, 14 hat darauf keine Beziehung.

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