Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 3-4 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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78־1 Umschau. in den Weg legen, zu beseitigen. Natürlich konnte ein solcher Versuch, die herkömmlichen Vorurtheile festzuhalten und dennoch einer freien wissenschaftlichen Bewegung die Bahn zu ebnen, nur nach allen Seiten hin zu gezwungenen Annahmen führen, aber er gab Kunde von dem in jenen Kreisen sich regenden Bedürfnisse, sich die fortgeschrittene wissenschaftliche Anschauung anzueignen, sich mit ihren Anforderungen und Ergebnissen in Einklang zu setzen, ohne daß man noch den Muth hatte, sich mit dem Ererbten kritisch auseinanderzusetzen und von ihm zu lassen, wo es als unberechtigt sich erwies. Es ist der rationalistische Standpunkt, der hier und dort dreht und deutelt, um zwischen den wiedersprechenden Gedankenrichtungen ein scheinbares Einverständniß zu erzielen. Eine neue Erscheinung aus denselben Kreisen läßt uns schon einen weiteren Fortschritt, wenn auch noch auf demselben Wege verharrend, erkennen. Amer Äli, den wir als Uebersetzer des früher genannten Werkes kennen gelernt, tritt, nunmehr Rechtsanwalt in Britisch-Jndien, selbstständig auf als Vers, einer englisch geschriebenen ״kritischen Untersuchung über das Leben und die Lehren Mohamed's", die in London 1873 erschienen, und welche Nöldeke in der Academy vom 2. Juni bespricht. Er bezeichnet ״das Buch als eine beachtenswerthe und willkommene Kundgebung des wachsenden Einflusses, der von den modernen europäischen Ideen auf gewisse Kreise der indischen Mohamedaner ausgeübt wird. Es ist eine Apologie des Islam, aber von einem rationalistischen Standpunkte. Der Verf. hegt nicht die orthodoxen Ansichten über Inspiration und Wunder. Er betrachtet den Koran nicht als das Wort Gottes im strengen Sinne, sondern als das Werk Mohamed's, den er als den größten und weisesten der menschlichen Lehrer verehrt." Er sucht ihn daher von allem Makel um jeden Preis zu reinigen. Ebenso entwirft der Verf. eine begeisterte Darstellung von dem Islam, seiner Vortrefflichkeit, ״von der wundervollen Anpassungsfähigkeit der islamischen Vorschriften an alle Zeiten und Nationen". Ihm geht von dem Islam und dessen Anhängern alles Fördernde aus, selbst die christliche Reformation, während es zum Mißgeschicke der Menschheit gereichte, wenn die Araber zurückgedrängt worden. Wir haben nicht nöthig, die Einseitigkeit dieser Behauptungen nachzuweisen oder gar zu bekämpfen, glauben sogar, daß Hr. N. sich bei der Vertretung des Griechenthums und des — Christen-