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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1875-01-01 · 3-4 (1875) · p. Seite 177

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
11 (1875)
Issue
3-4 (1875)
Date
1875-01-01
Page
Seite 177 (sequence 17)
Language
German
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Umschau. 177 Glaubensgenossen zu arbeiten; und er hat namentlich auch durch seine Uebersetzung und Erklärung alttestamentlicher Schriften außerordentlich viel dazu beigetragen, daß die deutschen Juden in die Gemeinschaft der deutschen Sprache und Bildung hereingezogen wurden, und der triftigste von den Gründen, der scheinbar st e von den Vorwänden beseitigt wurde, auf die man sich bis dahin berufen hatte, um ihnen die Rechte des Menschen und des Bürgers zu entziehen." 15. Rationalistische Regungen im Islam. Bereits im Jahrgange 1868 der Zeitschrift der Deutschen morgenländ. Gesellschaft (Bd. XXII S. 565 f.) berichtete Fleischer über einen von einem damals hochbejahrten persischen Gelehrten, Keramet-'Ali — er hatte schon 40 Jahre früher eine persische Metrik geschrieben — verfaßte Schrift ״über den Ursprung der Wissenschaften", welche von zwei andern moslemischen Gelehrten, dem Professor des Arabischen, Obeid allah al Obeidi, und Amir Äli, einem auf der Calcutta-Universität Graduirten, ins Englische übersetzt worden, und so 1867 in Calcutta erschien. Nach dem, was Fl. aus dieser, einer ״der merkwürdigsten Erscheinungen" in Betreff der ״sich jetzt in Asien herausarbeitenden zwitterhaften Mischung einheimischer und europäischer Bildung", mittheilt, ist ersichtlich, daß Ker.-'Ali zwar sich als einen strengen moslemisch -schiitisch Gläubigen bekundet, aber zugleich exacter europäischer Wissenschaftlichkeit huldigt, mathematischen und naturwissenschaftlichen Studien obliegt, und diese auseinanderklaffenden Gedankenrichtungen dadurch in sich zu vereinigen sucht, daß er dem Koran göttliche Abkunft beilegt, und aus ihm alles Wissen ableitet, der ihn auch nach seinen eigenen wissenschaftlichen Anforderungen aufs Künstlichste umdeutet, so Koran und Moslema zu Lehrern der ganzen Menschheit macht, und indem er zugiebt, daß die Araber von den Griechen gelernt haben, doch auch wiederum behauptet, daß deren Lehrer nur ausgewanderte Syrer, Phönizier und Aegypter, d. h. Abkömmlinge der ״untergegangenen Araber" gewesen. Mit diesen und ähnlichen Ansichten glaubte der Vers, seine moslemische Rechtgläubigkeit und seinen Anspruch, daß die Araber nicht blos eine Zeit lang die Bewahrer der übernommenen Bildung, sondern deren schöpferische Erzeuger gewesen, zu nähren, aber auch jede Hemmung, welche Koran und Ueberlieferung der freien Forschung Vierteljahresschrist XI. 3. 4. 12

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