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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1875-01-01 · 3-4 (1875) · p. Seite 162

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
11 (1875)
Issue
3-4 (1875)
Date
1875-01-01
Page
Seite 162 (sequence 2)
Language
German
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162 Umschau. Hunderte bewältigenden Betrüge sprach. Es blieb ohne Einfluß, daß Moses Kunitz aus Ofen, ein mehr gelehrt thuender als wirklich gelehrter Mann, im Jahre 1815 (Wien, 154 Seiten gr. Folio), also fast ein halbes Jahrhundert später, ein Buch, dem er den Titel „Ben Jochai" beilegte, veröffentlichte, das der Vertheidigung der Authentie des Sohar dienen sollte. Die prunkende Gelehrsamkeit wollte ebensowenig wie der zuverlässige Ton, mit dem der Verf. auftrat, verfangen. Wirkliche Gelehrte, die es lasen, begleiteten ihr Exemplar mit widerlegenden Glossen, welche die Hohlheit der Kunitz'schen Behauptungen nachwiesen, allein sie ermatteten allmälig bei dieser leichten, aber im Verfolge ermüdenden und, wie ihnen bald einleuchtete, überflüssigen Arbeit. So berichtet Hr. Kirchheim, der Herausgeber der alsbald zu erwähnenden posthumen Schrift (im Vorworte), der gelehrte Aron Fuld in Frankfurt am Main habe gleichfalls eine ausführliche Widerlegung begonnen, allein nachdem er die zwei ersten „Pforten" (also die drei ersten Seiten des Buches!) so mit Bemerkungen begleitet bricht er ab mit den Worten: „Ich hatte eine schriftliche Widerlegung des Buches begonnen; allein ich habe es bei besserer Einsicht aufgegeben, da das ganze Buch voll Jrrthümer ist. Es genügt eine einzige Correetur, nämlich das ganze Buch zu durchstreichen. Es gereicht dem Verf. zur Schande, und diese müßte auch den treffen, der sich abmühte, ihn zu bekämpfen, und seine Tage mit solchen Verkehrtheiten unnütz hinbrächte. Auch was ich sonst von den Büchern dieses Schriftstellers gesehen habe, gleicht dem vorliegenden." Herr Rapoport hatte sich jedoch durch solche Erwägungen nicht abhalten lassen, dem ganzen Buche Schritt vor Schritt zu folgen, dennoch hat er ein kurzes Stück Weges vor dem Ende eingehalten, hat auch das versprochene Gesammtresultat nicht gezogen. Die Widerlegung blieb Bruchstück und ungedruckt, obgleich er dieselbe vierzig Jahre lang handschriftlich aufbewahrt hatte, da sie jedenfalls kurz nach 1820 angefertigt worden, indem er sogleich am Anfänge seiner Bemerkungen eines anderen in diesem Jahre erschienenen Buches von Kunitz, des „Mezaref", gedenkt als eines „neuerdings gedruckten." Ob nun Rap. von der Veröffentlichung seiner Widerlegungen durch seine bekannte Aengstlichkeit abgehalten worden, oder ob er sie selbst später für ein überflüssiges Unternehmen gehalten, können wir nicht bestimmen. Jedenfalls war sie

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