Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 3 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 238 (sequence 78)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2420973-2421013-2421015--3158-2424257- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
238 AuS Briefen. jedoch zur BeurLheilung eines Gegenstandes, den man behandelt, durchaus nöthig, so kann die Beschäftigung damit ebensowenig erlassen werden, wie die mit Kirchenvätern, Legendarien, Schalostikern denjenigen, die in ihren Geschichtsstudien jene Zeiten nach ihren bewegenden Richtungen darstellen wollen. — Auch ich bin wenig mit der romantischen Vorliebe für das Neuhebräische einverstanden, dessen sich so manche neuere jüdische Schriftsteller bei ihren wissenschaftlichen Arbeiten bedienen; allein die meisten dieser Männer sind durch ihren Lebensgang am Gebrauche einer lebenden Sprache verhindert, und es muß als willkommen betrachtet werden, daß sie in irgend einem verständlichen Idiome ihre, wenn nützlichen, Beschäftigungen mittheilen und auf die einzige Art, die ihnen möglich ist, zugänglich machen. Auch dieser Uebelstand schwindet übrigens immer mehr. Auf den Punkt, daß man sich nicht beklagen könne, wenn das Christenthum hart gegen das Judenthum sei, weil die semitischen Religionen alle verfolgungssüchtig seien, mag ich weiter nicht eingehen. Es ist ein gar zu trauriges Ding, wenn man einerseits sich mit der heutigen Humanität brüstet und andererseits sich auf den alten Orient-Standpunkt versetzt. Das sage ich nicht Ihnen, aber umsomehr Ihren Collegen. Von Hrn. Rabb.-Cand. I. Stern*), Niederstetten (Württemberg) 21. März. Ex. 12, 13. Der verstorbene Jerusalemite Schwarz in seinem hebräischen Büchlein Pardes hat einen guten Gedanken, der von der wissenschaftlichen Exegese verdient beachtet zu werden. Er meint, das להם sei als תיקון סופרים eine Umschreibung für לי des decorum wegen wie Gen. 18, 22 u. a. St. nach den Rabbinen. Ps. 29, 1. Die Anschauung des Hebräers vom Gewitter scheint nach diesem Psalm die zu sein, Gott verläßt seinen heiligen Hechal und durchzieht in der Gewitterwolke den Aether, der Donner ist seine Stimme (wie des Zeus bei den Griechen), der Blitz *) Von Hrn. Stern ist bei Benzian hier eine Predigtsammlung ״Gottesflamme" erschienen, auf die wir gern die Aufmerksamkeit denkender Leser lenken. G.