Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 3 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 239 (sequence 79)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus Briefen. 239 sein flammender Odem; sodann kehrt er wieder zurück zu seinem Hechal, wo er von den Engeln mit dem Ruf כבוד empfangen wird. Der Ausdruck למבול יעגב rnrr ist jedoch auffallend und die gewöhnlichen Erklärungen geben keinen befriedigenden Sinn. Ich dermuthe, daß מבול ursprünglich nicht Sintfluth, sondern Wasserbehält er heißt (vergl. Bildung mit מ). Der Hebräer denkt sich eine Wolke, einen Wasserbehälter, als Thron Gottes, darauf er fitzt; eine Annahme, die durchaus nicht so unwahrscheinlich, wenn man Stellen wie Ps. 104, 3 vergleicht, woselbst der Palast Gottes als ein Wolken- und Wasserpalast dargestellt wird. Daß in der Genesis zumeist המבול mit Artikel steht, sogar 6, 7 את הבלבול מים bestätigt diese Annahme, daß nach der Anschauung der Alten, dieser unerschöpfliche Wasserbehälter sich zur Erde senkte und die unendlichen Wasser ausspie. Hiernach giebt V. 10 einen guten Sinn. Nachdem Gott in seinen Palast zurückgekehrt, von den Engeln mit dem üblichen Huldigungsrufe begrüßt worden, kehrt er zurück zu seinem Throne und 'ויטב וגו setzt sich wieder als König nieder. Vgl. auch die im Talmud Tanith. 1. Abschnitt sich findende Bemerkung: מאי פלג אלדזים מלא נלים תנא (!) כבלי־ן קובה יעג ברקיע עומבלבה גטמים יוצאי . Esther 9, 26. Nach der Annahme der modernen Kritik, daß das Buch Esther wie das Buch Jonah ein Roman sei, muß das Purimfest und der Name einen andern Ursprung haben. Manche halten es für ein von den Juden in Persien adoptirtes Frühlingsfest und vergleichen das Persische und Skr. — Mir scheint das Wort verwandt zu sein mit פותת Kelter (Jes. 63, 3) und das Fest ein Kelter-, ein Weinfest, ein Bakchanal gewesen zu sein; eine Annahme, für die besonders der lustige Charakter spricht, den dos Fest von jeher bei den Juden hatte. Behauptet doch der Talmud bekanntlich 'חייב אדם לבסומי ובו und die ehrwürdigsten talmudischen Autoritäten sollen sich an diesem Tage dem ungezügelten Weingenusse hingegeben haben. Vielleicht wurden auch Schauspiele aufgeführt und das Buch Esther ist die epische Umgestaltung eines an diesem Feste aufgeführten nationalen Schauspiels, daher der dramatische Charakter des Buches. Denn die Schlaflosigkeit des Königs c. 6, 1 und der Gesinnungswechsel gegen Haman erklärt sich ebenso, wie die doppelte Mahlzeit, sowie das Dictum des Königs הגם לבבוען גוי c. 7, 8 aus dem Plan der Esther, des Königs Eifersucht gegen Haman zu erregen; wie schon