Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 3 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 76)
- Language
- German
- Belongs to
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236 Aus Briefen. Judenth. feindlich ist, so kann sich letzteres im Grunde nicht beklagen. Die semit. Religionen sind alle verfolgungssüchtig. Bei Diodor können Sie lesen, wie die Karthager die griech. Tempel auf Sieilien verheert haben: die Griechen, denen so Etwas völlig fern lag, ahnen den Grund nicht, aber es ist kaum zu bezweifeln, daß die Punier da im heiligen Eifer die Tempel der falschen Götter vernichteten. Die alten Hebräer, Moabiter rc. machten die Feinde und die Beute zu חדם für ihren Gott, die Christen sagten jo qm resp. avd&s{1a earo) und das thun die, welche noch nicht genug zu Heiden geworden sind, noch jetzt. So eben gedruckt ist von mir im Centralblatt eine Verurtheilung einer Schrift, in der ein Erlanger Theologe den Muhamed zum ehemaligen Christen machen will! (incl. Trinität, 0^j}\ soll eigentlich Christus sein!!). Antwort vom 8. Juli. . . . Natürlich war mir Ihr freundliches Urtheil über den Inhalt meines letzten Doppelheftes von besonderem Werthe. Auch über die Punctation glauben Sie schließlich, daß wir im Grunde übereinstimmen, und das ist auch der Fall. Daß ich das verdoppelnde Dagesch nicht für unnütz halte, sage ich S. 12. Hingegen erkenne ich die Bedeutung des Dagesch lene weniger an. Ob wirklich eine Doppelaussprache des Gimel und Daleth im Hebräischen vorhanden war, bezweifle ich sehr und noch mehr, ob eine Verschiedenheit in der Aussprache durch einen vorangehenden Hauchlaut entstand. In מלכי ist das Schwa trotz dem fehlenden Dagesch kein mobile, und wie wenig der Ursprung der Form damit angedeutet wird, beweist, daß andererseits מלכי gesprochen wird. Es sind eben bloß phonetische Subtilitäten, die man durch Zeichen feststellen wollte und die dennoch niemals genau bezeichnet werden können. Unsere Klage über Mißhandlung des Judenthums von Seiten sonst verständiger christlicher Gelehrten beruht nicht darauf, daß wir im Allgemeinen etwa verlangen, sie sollten sich mehr mit dieser nachbiblischen Literatur beschäftigen; ein Jeder hat die Freiheit, sich sein Arbeitsgebiet zu wählen, und wir sind nicht berechtigt, vorzuschreiben, wohin die Studien gerichtet sein sollen. Wohl aber haben wir das Recht zu verlangen, daß diejenigen, welche dieser