Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 3 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 233 (sequence 73)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus Briefen. 233 die Sie ihm erwiesen haben, daß ich diesmal von seiner talmudischen Gelehrsamkeit nur wenig habe profitiren können. Die Einsichten dieses Mannes in die jüdischen Wissenschaften sind, glauben Sie mir, gründlich, ausgebreitet, lebhaft; und sein Herz ist nicht tückisch, nicht falsch, nicht menschenfeindlich, vielmehr, so viel ich es kenne, natürlich ehrlich, natürlich gütig. Herr Löbel wünscht, mein Freund, daß Ihnen die großen Verdienste der alten Lehrer seines Volkes um die Literatur eben so bekannt werden möchten, als Ihnen Mendelssohns Verdienste um die gereinigte Philosophie bekannt sind, und er hat mir aufgegeben, Ihnen zu sagen, daß er das wünscht. Wenn Sie die talmudischen Schriften, mit welchen Löbels zahlreiche Bibliothek angefüllt ist, in ihrem Dialekte lesen könnten, so würde Ihre Seele zwar nicht zu derjenigen Verehrung der jüdischen Philosophie emporgehoben werden, von der die Seele unsres Rabbinen durchdrungen wird. Sie würden aber doch, und das läßt mich Ihr Geschmack und Ihre Billigkeit hoffen, die Bemühungen der neueren jüdischen Glehrten, das Reich der Wahrheit zu erweitern, nicht mit Verachtung belegen/' In der von Körte bearbeiteten Biographie Gleims (Halberstadt 1811) habe ich Nichts von weiteren Beziehungen zwischen Gleim und den Juden, speziell Hirsche! Levin, gefunden. Des Letzteren Besuch bei Boysen hat wahrscheinlich stattgefunden, als Hirsche! nach fünfjähriger Wirksamkeit das Rabbinat mit dem zu Mannheim vertauschte. (B. H. Auerbach, Gesch. der israel. Gemeinde Halberstadt 1866, S. 93). Liegt nicht vielleicht in dem Aufhören des Talmudstudiums zu Halb, der wirkliche Grund für Hirsche! Levins Fortgehn? Von Hrn. Prof. Nöldeke, Kiel, 29. Juni 1872. Ich habe so eben das letzte Heft Ihrer Ztschr. durchgelesen; nur noch nicht den Aufsatz über Wellhausen, den ich mit mehr Muße studieren muß. Wie immer, habe ich auch in diesem Hefte wieder Vieles gefunden, was mir sehr gefiel. So z. B. was Sie über Abr. Kohut und seine persischen Phantasien sagen. Allerdings halte auch ich den Einfluß des Parsismus auf das Judenthum und somit auf Christenthum und Islam für sehr groß; die ganze Idee von der Auferstehung ist persisch und über Engel re. haben die Semiten viel von den weit phantasiereicheren Jraniern angenommen, aber das Alles betrifft spätere Zeilen. Sollten in der