Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 3 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 214 (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
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214 Umschau. mit Recht Verdacht, und wandte sich an Bechnam, den dortigen protestantischen Katechisten, einen ganz zuverlässigen Mann, den Referent persönlich kennt. Kurz, Bechnam erhielt eine Soldatenescorte um sich den Stein anzusehen; aber als er in die Gegend von Umm-er-resas kam, wollte der betreffende Beduine (Wohl vom Advanstamm) das Vorhandensein der Inschrift läugnen; als dieß nichts half, behauptete er: der Stein sei einige Stunden weit entfernt. Darauf wurde ein Beduine mit Papier ausgeschickt, um einen Abklatsch zu holen. Bechnam aber merkte, daß dieser edle Wüstensohn zuerst in der Weiberabtheilung seines Zeltes verschwand, dann erst fortritt, und nach einigen Stunden den Abklatsch machte. Der Stein war da, aber nun ließ ihn der Kaimakam dem Beduinen einfach confisciren; der Pascha von Naplus jedoch legte seinerseits, als er davon hörte, Beschlag auf das Eigenthum seines Untergebenen, und in Naplus soll sich der Stein noch heute befinden; nur berichten Leute, welche ihn dort gesehen haben: daß die darauf befindlichen Zeichen nicht mit dem von Bechnam gebrachten Abklatsch stimmten, so daß wahrscheinlich dem Pascha ein anderer Stein untergeschoben worden ist. Eine erste und eine nach Bechnam revidirte Copie der Inschrift ist aber schon viel zuverlässiger als das bisher Veröffentlichte; doch hatte Levh, wie er mir kurz vor seinem Tode schrieb, von Palmer Aussicht auf einen authentischen Abklatsch erhalten. Nun aber das interessanteste: bald darauf zeigte der Händler Shapira in Jerusalem einen ähnlichen Stein, der ihm durch einen Beduinen aus Medba, einem von Umm-er-resas ziemlich entfernten Orte, gebracht worden sein sollte; einen Abklatsch wollte er nicht nehmen lassen, da er über den Verkauf des Steins in Unterhandlung stehe, doch erhielt ich eine Copie; auf derselben hat Shapira den einzelnen nabatäischen Zeichen hebräische übergeschrieben; wenn wir uns diese Probe seiner kostbaren Gelehrsamkeit zusammensetzen, erhalten wir hebräisch die in den Zeitungen in Umlauf gesetzte Deutung der angeblichen Mosesstele:;;We drove them away, the people of Ar Moab at the Marsh ground; there they made a thankoffering to God their King, and Jeshurun rejoiced as also Moses their leader“. Halten wir aber die Copien der Umm-er-resas und der Shapiraschen Inschrift neben einander, so ergiebt sich auf den ersten Blick, daß die beiden identisch sind; Levh deutet die Zeichen unzweifelhaft richtig: ״Dieses Denkmal machte Malchu, Sohn des Hareisu, der Stratege; dieses machte dem Ba-Jameru, dem