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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1872-01-01 · 3 (1872) · p. Seite 213

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
10 (1872)
Issue
3 (1872)
Date
1872-01-01
Page
Seite 213 (sequence 53)
Language
German
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Umschau. 213 11. Jnschriftenfälschung in Jerusalem. Unter dieser Aufschrift enthält die Beilage zur Allgemeinen Zeitung vom 20. März .ein Schreiben des Hrn. Dr. Albert Socin aus Basel 15. März, welches wir auch unsern Lesern Zugänzlich machen zu müssen glauben: Aus der ״Times" und ״Galignani's Messenger" ist neulich in verschiedene continentale Zeitungen die Sensationsnachricht gedrungen: daß ein gewisser Sir Henry Lumley den Abklatsch einer Inschrift nach England gebracht habe, die, falls echt, an Wichtigkeit dem berühmten Meschastein nicht nachstehen würde; denn Moses selber würde sich damit eine Denksäule gesetzt haben. Bei vorliegendem Fall handelt es sich jedoch um etwas größeres, als bloß eine Jllusion, der man bald auf die Spur kam, zu zerstören; wir haben die Frage abzuwägen, ob nicht wirkliche Fälschung vorliegen könnte. Die Geschichte der fraglichen Inschrift wirst ein so scharfes Licht auf das in Palästina ausgebrochene Gründungssteber für Denksteine, daß eine ausführlichere Mittheilung nicht unwillkommen sein dürfte. Das Material dazu verdanke ich hauptsächlich der Liberalität eines hiesigen Geehrten, Dr. Zimmermann, der in regelmäßiger Verbindung mit Jerusalem steht. Zuerst wurde eine nicht sehr genaue Copie von einer in Ummer-resas (Ostjordanland) gefundenen Inschrift, welche Warren in?ale8tine Lxxloration Found Quarterly Statement Nr. VI March to June 1870 veröffentlicht hat, von M. A. Levy, dem größten Kenner semitischer Epigraphik, in der Zeitschrift der Deutschen Morg. Ges. 1871 S. 429 wieder abgedruckt und besprochen. Seitdem sind wir drei verschiedene Versionen dieses ziemlich einfachen naba- Läischen Grabsteins zugekommen, und auch die Geschichte derselben. Als die Kunde von einer neu gefundenen Inschrift nach Jerusalem gelangte, schickte ein dortiger Antiquitätenhändler einen Eingebornen nach es-Salt (einem bedeutenden Dorfe des Ostjordanlandes). Der Unterhändler wandte sich mit seinem Begehren an den dort residirenden Kaimakam (Statthalter): er möge ihm zur Erlangung des Steins behülflich sein, aber die Sache möchte doch geheim gehalten werden; das französische Consulat habe ihm Empfehlungsbriefe mitgegeben, aber dieselben seien ihm bei der Ueberfahrt über den Jordan (der notabene zweimal so groß ist als die Leine bei Göttingen) ins Wasser gefallen. Der Kaimakam schöpfte

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