Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 3 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 201 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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Umschau. 201 nicht auf diese Variante aufmerksam macht". Allein hätte wirklich der Uebersetzer eine solche Lesart vor sich gehabt — von der sonst nicht die entfernteste Spur ist —, so müßte er auch אלפים statt?אלן gelesen haben. Gerade im Gegentheile aber geht aus der Paraphrase deutlich hervor, daß der Uebersetzer unsere Texteslesart £באלבעים אלן vor sich hatte, indem er gleich Anfangs die Worte mit בארבעיך אלפיו wiedergiebt, für die er sonst gar keine Quelle hat, dann amplificirend mit je zehntausend steigt, und nun die 900 Wagen nach 4, 3 u. 13 und die 10,000 israelitischen Streiter nach das. V. 6. 10. 14 aufnimmt 1). 29. März. 3. Kränze auf frischen Gräbern. Wenn wir das vollendete Leben tüchtiger Männer überblicken, so drängen sich uns immer Betrachtungen auf, die erheben und ermuthigen. Ein jeder solcher Lebensgang läßt uns wahrnehmen, wie das ernste geistige Ringen innere und äußere Hindernisse, die sich einer jeden Entwicklung zu einem höhern Ziele hin entgegenstellen, siegreich überwältigt; dies befestigt uns im frohen Glauben an die Macht des Geistes. Der Hinblick auf den Lebensgang solcher Männer, wenn sie dem jüdischen Glaubensverbande angehörten, bietet noch weitere höchst interessante Belehrungen. In ihm Prägt sich eine merkwürdige Uebergangszeit aus, theils in der inneren Lebensentwicklung des Judenthums und der Juden, theils in deren rechtlichen und staatsbürgerlichen Verhältnissen. Daher bietet das Leben jüdischer Gelehrten auch dann oft ein Moment innerhalb der Geschichte der Juden, wenn sie selbst nach ihrem wissenschaftlichen und praktischen Laufe in keinem engeren Zusammenhänge mit dem 0 Vgl. nun noch die Anzeige von Nöldeke in Gott, gelehrten Anz. Nr. 21 S. 828—34. Es sei mir gestattet dazu Folgendes zu bemerken. Derselbe verweist dort auch aus meinen Aufsatz über Onkelos in dieser Ztschr. Bd. IX S. 85 ff. und bemerkt darüber: ,,Darin weist Geiger wieder schlagend die Unursprünglichkeit des babylonischen Targums nach"; dem sügt er dann hinzu: ״Dies erhellt aber noch aus einer andern Thatsache. Man hat meines Wissens noch nie recht beachtet, daß die Sprache der babylonischen Thargume eine ganz künstliche ist". Gerade dieses Moment aber stelle ich in dem genannten Aufsatze S. 93 ff. ganz entschieden in den Vordergrund, wie ich dies schon früher in dieser Ztschr. Bd. IV S. 238 ff. und sonst gethan. — Zugleich sei noch bemerkt, daß, wie die Academy vom 1. Juni meldet, Lagard e das Thalgum zu den Propheten nach dem Reuchlinschen Codex herauszugeben beabsichtigt.