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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1872-01-01 · 3 (1872) · p. Seite 199

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
10 (1872)
Issue
3 (1872)
Date
1872-01-01
Page
Seite 199 (sequence 39)
Language
German
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Umschau. 199 daß das s. g. Thargum Onkelos zum Pentateuch wie das s. g. Tharg. Jonathan zu den Propheten Arbeiten der babylonischen Schulen aus dem vierten Jahrhundert sind, oder um es genauer zu bezeichnen, Umarbeitungen, Abkürzungen, mehr an das Wort sich anschließende Uebersetzungen, hervorgegangen aus den älteren noch freier sich bewegenden palästinischen Thargumen. Während man zum Pentateuch, als dem eigentlichen Träger des ganzen gesetzlichen Lebens, auf die knappe und treue Wiedergabe einen entschiedenen Nachdruck legte, gestattete man für die Propheten, die für das gesetzliche Leben untergeordnete Bedeutung haben, um so größere Freiheit, als ihre poetische Form — mit Ausnahme der historischen Bücher - eine solche verlangte, und dieselbe auch den poetischen Stellen des Pentateuchs nicht verkümmert wurde. Während dieses Resultat zur unantastbaren Gewißheit geworden, haben die allgemeinen Forschungen über die alten Uebersetzer noch ferner das Verfahren auch der Thargume in helleres Licht gestellt und manche einzelne werthvolle Beobachtungen geliefert. Immerhin konnte eine monographische Arbeit über das Thargum zu den Propheten zerstreute Studien zusammenfassen und reiche Nachlese liefern. Es ist daher recht willkommen, daß Hr. vr. F r a n k e l für das diesjährige Seminar-Programm eine Abhandlung liefert: Zu dem Targum der Propheten (47 Seiten, groß 8.). Daß uns hier eine fleißige Sammlung dargeboten wird, kann man schon von dem Vfr. voraussetzen; allein von neuen Resultaten ist keine Rede, ja es wird sogar Bekanntschaft mit den neuen Forschungen vermißt. Die Arbeit macht den Eindruck, als sei sie die Zusammenfassung früher gemachter Notizen, und als seien nun diese alten Materialien flüchtig redigirt. Nur daher erklärt sich, daß der Vfr., völlig unbekannt mit allen neueren Nachweisungen über Onkelos und den Charakter der nach ihm benannten Uebersetzung, viel über veraltete, längst bei Seite gelegte Ansichten in Betreff desselben herumredet, es für nöthig hält, seine Nichtidentität mit Aquila nachzuweisen, die Heu- Ligen Tages kein Mensch von gesunden Sinnen mehr behauptet, und daß er es als angezeigt betrachtet, in einem Anhang Proben aus beiden Uebersetzungen zusammenzustellen, wobei ihm noch dazu für Aquila die neue Hexapla-Ausgabe Field's unbekannt geblieben (vgl. z. B. zu Exod. 29, 36). Daher mag es kommen, daß er für die Begründung der allgemein anerkannten Behauptung, daß das Thargum zu den Propheten, wie es uns vorliegt, babylonisch

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