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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1872-01-01 · 3 (1872) · p. Seite 197

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
10 (1872)
Issue
3 (1872)
Date
1872-01-01
Page
Seite 197 (sequence 37)
Language
German
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Baer: Genesis und Jesaias. 197 gelegt werden. Wir haben dieselben keiner Prüfung unterzogen, setzen deren Richtigkeit voraus, indem, trotz den ausgesprochenen für nöthig gehaltenen Bedenken, unser Vertrauen zu der Gewissen- Hastigkeit und Einsicht des Hrn. B. nicht erschüttert ist. Für den Jesaias wird uns von einer Neuerung berichtet, die auch im Texte durchgeführt ist. Hr. B. verzeichnet hier nämlich auch offene und geschloffene Paraschen, die bisher außer dem Pentateuch nicht üblich waren. Er — oder vielmehr Delitzsch — beruft sich hiefür auf die Autorität der Mischnah und Gemara Megillah 24 a. Das ist nun der alte Jrrthum, der sich durch alle Einleitungen schleppt und bei dem herrschenden Nachschreiben noch lange sich erhalten wird, als verstünden hier Mischnah und Gemara unter פרטוח eine durch einen leeren Raum bezeichnete offene oder geschlossene Paraschah. Allein die Mischnah weiß von solchen Paraschen gar Nichts; wo sie sich des Wortes!פו״טוד bedient, da bedeutet dies lediglich einen durch den Inhalt in sich abgegränzten Abschnitt, aber der Anordnung von offenen und geschlossenen Paraschen gedenkt sie nirgends, und sie scheint sie gar nicht gekannt zu haben. Die Gemara weiß zwar davon für den Pentateuch, gedenkt ihrer spärlich, aber durchaus nicht für die Propheten. Ueberhaupt hat auch sie meistens, wenn sie von Paraschen spricht, nicht die Bezeichnung durch einen leeren Raum im Sinne, sondern den durch den Inhalt abgegränzten Abschnitt, der jedoch äußerlich gar nicht kenntlich gemacht ist, und das meint sie auch in der in Anspruch genommenen Stelle Megillah 24 a. Hr. B. beruft sich nun (S. VIII Anm. 2) freilich auf von ihm durchmusterte Codices, in welchen zuweilen Angaben über pethuchah und sethumah gemacht sind; daraus scheint aber gerade hervorzugehn, daß sie nicht durchgehends bezeichnet sind, und wir wissen nicht, auf welche Autorität hin er seine durchgeführte Eintheilung vorgenommen hat. Gesetzt auch, er sei darin lediglich einer oder mehreren Handschriften gefolgt, so können wir dennoch diese Neuerung nicht als dankenswerth bezeichnen. Sie ist eine selbstgemachte Erfindung späterer Schreiber, die sich auf keine alte maßorethische Ueberlieferung stützt, die für uns nicht maßgebend ist und die leicht in der Erklärung irre führt. Die Eintheilung ist für den Pentateuch, wo sie herkömmlich ist, von einem sehr zweifelhaften Werthe; wozu uns mit neuem Ballaste beschweren? — Jedoch es ist Zeit diese kleinen Ausstellungen abzuschließen. In unserer ausführlichen Besprechung möge Hr. B. gleich dem

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