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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1872-01-01 · 3 (1872) · p. Seite 196

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
10 (1872)
Issue
3 (1872)
Date
1872-01-01
Page
Seite 196 (sequence 36)
Language
German
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196 Recensionen. da finden wir 1291. Wer führt uns nun aus dieser Verwirrung? Die Maßorah, ruft wohl ein rascher Kritiker, hat an einigen Stellen Verse zertheilt, welche bei uns verbunden sind. Doch nein! Glücklicherweise bietet uns Hr. Pinsker (a. a. D. S. 4) den Faden, der uns aus diesem Labyrinthe führt. Er hat gleichfalls die Verse gezählt, auch als 1291, und diese Zahl in dem Codex vom I. 1010 ausdrücklich angegeben gefunden; er giebt auch die Lösung für das falsche Gedenkwort, es muß ארצא (nach 1 Kön. 16, 9) heißen statt ארצד. Offenbar nun hatte ein Abschreiber jenes seltene Wort nicht gekannt, es mit dem jihm geläufigen ארצה vertauscht — das dann in späteren Ausgaben gar zum Bestandtheile des Verses Ezech. 20, 41 wird — und demnach auch die Zahl in 1295 geändert. Nun scheint Hr. B. nachgezählt, sich dabei um eins verrechnet zu haben, und schreibt flugs also hin, macht sich ein neues Gedenkwort und giebt uns alles dies als maßorethisches Erbgut! Der Tadel, den wir hier aussprechen, erscheint vielleicht als kleinlich und betrifft in der That einen sehr untergeordneten Gegenstand. Allein befinden wir uns einmal auf maßorethischem Gebiete, soll der Vorzug einer Ausgabe darin bestehn, daß sie statt des leeren Vorgebens maßorethischer Treue dieselbe ernst durchführt, so fällt eine solche eigenmächtige Behandlung der Maßorah schwer ins Gewicht und erschüttert sehr unser Vertrauen. Und in Wahrheit ist die Sache nicht einmal so kleinlich, wie sie den Anschein hat, denn ein Jrrthum führt leicht zu weiteren, gewichtigeren. Man liest etwa, wie oben bemerkt, daß׳ am Anfänge des zwanzigsten Capitels die Madinchatz den Vers, welcher bei uns als zweiter blos einen bildet, in zwei zertheilen, sie demnach einen Vers mehr im Jesaias haben, so daß die babylonischen Codices wirklich 1292 zählen (Pinsker a. a. O.). Ein aufmerksamer Leser findet nun diese Anzahl auch bei Hrn. B. nebst einem bestätigenden Gedenkworte, vertraut ihm, daß er hiermit nur die Angabe der alten Maßorah wiederholt, und schließt daraus, daß diese hier den Madinchaö folgt. Welch eine Kette von falschen Combinationen schließt sich dann an diese einzelne Willkür! — Gedenken wir schließlich noch der beiden Vorreden! Wir begegnen hier wieder einem fleißigen Studium der Maßorah, indem uns Correcturen zu den verschiedenen biblischen Büchern als Beispiele von der Sorglosigkeit unserer gewöhnlichen Ausgaben vor-

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