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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1872-01-01 · 3 (1872) · p. Seite 195

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
10 (1872)
Issue
3 (1872)
Date
1872-01-01
Page
Seite 195 (sequence 35)
Language
German
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Baer: Genesis und Iesaias. 195 die Peßik, die KheLhib und Keri, die mit Punkten versehenen Buchstaben, alle nach ihrer im Buche vorkommenden Anzahl, die noch durch ein Gedenkwort bestimmt wird, und endlich wird der Zeitraum angegeben, welchen das Buch umfaßt. Da ist nun Vieles als ״maßorethisch" hingestellt, was lediglich Hrn. B. angehört und wofür er daher allein Autorität ist. Selbst in dem Pentateuch, beziehungsweise der Genesis hat die Maßorah für die Peßik kein Gedenkwort, wodurch die Zahl verbürgt würde, bei den andern Büchern ist aber nicht einmal für dieselben von der Maßorah, wenn sie auch in der Schlußabhandlung zusammengestellt sind, eine bestimmte Zahl, viel weniger ein Gedenkwort angegeben; wer berechtigt nun Hrn. B. seine Zählung als maßorethisch hinzustellen? In der That giebt die Maßorah, wie sie uns in der Schlußabhandlung vorliegt, für Iesaias drei Peßik an, welche Hr. B. nicht aufzunehmen sich veranlaßt sieht; er mag dazu seine Gründe haben und wir wollen darüber nicht mit ihm rechten, aber, wir fragen nochmals, wer berechtigt ihn dazu, sich an die Stelle der Maßorah zu setzen und seine Angaben als deren Erbgut einzuschieben? Ganz dasselbe gilt von den Khethib und Keri, welche die Maßorah nirgends zählt, nirgends für je ein einzelnes Buch zusammenstellt, ebenso von den mit Punkten versehenen Buchstaben, die zwar im Ganzen, aber nicht für ein einzelnes Buch angegeben sind; noch weit weniger hat die Maßorah den Zeitraum, welchen ein Buch umfaßt, tradirt. Alles dies wird nun von Hrn. B. aus eigner Machtvollkommenheit den alten Angaben coordinirt! Das find Willkürlichkeiten, welche auf diesem Gebiete, wo gerade mit peinlichster Sorgfalt die eigne Zuthat und Vermuthung von dem Ueberlieferten geschieden werden muß, wie wir sie bei Heidenheim und Luzzatto geübt finden, am Allerwenigsten gestattet sind, weil sie zu den grobsten Mißverständnissen führen können, die sich dann fortschleppen, indem nur Wenige das Verständniß haben oder es für Werth erachten, den Jrrthum zu entdecken. Daß in der That eine solche maßorethische Selbstherrlichkeit irre leitet, dafür giebt uns das Verfahren des Hrn. B. ein belehrendes Beispiel. Als Anzahl der Verse im Iesaias ist von Hrn. B. angegeben 1292 mit dem Gedenkworte אלבץ. Wir schlagen andere Ausgaben nach, da finden wir jedoch 1295 angegeben mit dem Gedenkworte ארצה. Um zu erfahren, was das Richtige ist, lassen wir uns die Mühe nicht verdrießen und zählen selbst nach; 13*

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