Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 3 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 190 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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190 Recenfionen. stelle mag hier, als unserer Betrachtung fernliegend, bei Seite bleiben 1)-, uns interessirt hier der Ausdruck נעוברלרע! , welcher besagt, Hai habe טורף hier in Onkelos mit Schin gelesen, wie der Vfr. des Pathschegen es auch in der Mischnah ausgesprochen zu haben scheint. Für die Lesart אילים mit Jod nach dem Alef Jes. 15, 8 beruft sich Hr. B. lediglich auf die Complutensische Bibelausgabe, die hiermit der Bestimmung der Maßorah entspreche. Daraus geht hervor, daß er für diese Schreibung weder in sonstigen guten Drucken noch in Handschriften eine genügende Stühe gefunden, und auch meine Hdschr. vom I. 1489 hat das Wort defect. Allerdings scheint die Maß. für die volle Schreibweise zu zeugen, da sie nur sechs אילים (und ein האלים) in Propheten und Hagiographen aufzählt, alle andern also als mit Jod nach dem Alef geschrieben annimmt. Allein diese Maßorah ist mir, trotzdem daß sie drei Male (zu Ps. 29. 89. Hiob 41) wiederholt und in der maßorethischen Uebersicht auf die Stellen verwiesen wird, in hohem Grade verdächtig. Während sie nämlich sechs אלים aufzählen will und davon האלים ausscheidet, nimmt sie ein באלים darunter auf; ferner will sie zwei Stellen in der Chronik, nämlich I 29, 25, und II 29, 22 ohne Jod gelesen wissen, während es doch dort das gewöhnliche ״Widder" bedeutet, daher auch, indem gar keine Veranlassung zu einer orthographischen Abweichung vorliegt, es Niemandem in den Sinn kommt, defect zu schreiben. Norzi führt, soviel ich weiß, nirgends diese Maßorah an, nimmt vielmehr an unserer Stelle als recipirte Lesart ohne Jod an und giebt dann noch einfach als abweichende Lesart die volle Schreibung. Wir haben es vielmehr, wie es scheint, hier mit einer alten tendentiösen Correctur zu thun; man wollte den ״Götterbrunnen" nicht dulden und schrieb deßhalb אילים mit Jod, und zwar scheint Dies in den babylonischen Handschriften geschehen zu sein (vgl. Urschrift S. 293), die dann auch eine dem entsprechende maßorethische Bestimmung gegeben, und gerade diese hat — Wohl mit Fehlern untermischt — sich erhalten, während die Lesart selbst nicht durchgedrungen ist. Die zweite Rubrik, die Stellen zusammenfassend, welche in dem betreffenden Buche Pathach (oder Segol) bei Athnach und Silluk ף Vgl. darüber Zeitschr. der DmG. Bd. XV11I S. 650 f. u. diese Ztschr. Bd. IX S. 94.