Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 3 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 188 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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188 Recensionen. Das Unternehmen des mit diesem Gebiete sehr vertrauten Hrn. S. Baer, von dem uns die Ausgaben der Genesis und des Jesaias vorliegend, ist daher ein sehr verdienstliches, und ist es von ihm mit Sorgfalt und Einsicht ausgeführt. Namentlich dienten ihm für den Jesaias als sehr schätzbare Hülfsmittel einige unterdeß erworbene Handschriften, welche durch ihren Text und besonders durch maßorethische Randbemerkungen zuverlässigen Aufschluß für manche Lesart darbieten. Pinsker's schätzbare Arbeiten scheinen mir freilich nicht genügend benützt zu sein, wenn auch bereits in der Genesis S. 81 Anm. 2 auf sein ״babylonisch-hebräisches Punctationsshstem" verwiesen wird, noch weniger meine einschlägigen Schriften, von denen nur einmal auf ״Urschrift" (Jesaias S. 89 Anm. 2) Bezug genommen wird, während sonst sowohl sie als auch die zerstreuten Abhandlungen in dem maßorethischen Gebiete unberücksichtigt bleiben. Daher ist z. B. über 2^2 Gen. 6, 3, das allerdings Hr. B. richtig punctirt, das aber in neueren Drucken hartnäckig בטויןם lautet und das demgemäß ganz abenteuerliche Er׳- klärungen gefunden hat, gar Nichts angemerkt, obgleich darauf in dieser Ztschr. Bd. I S. 181, Bd. II S. 156, Bd. III S. 108 nachdrücklich aufmerksam gemacht ist. Ebenso wäre bei der Ver- Handlung (Jes. S. 70) über ,גרדנה Jes. 15, 2 auf he-Chaluz III S. 158 f. und diese Ztschr. Bd. III S. 108 f. zu verweisen ge- Wesen. Anderes wird noch im Verlaufe unserer Erörterungen zur Sprache kommen. Hr. B. giebt nun außer einem correcten Texte noch einen Anhang unter 8 Nummern, welcher im Jesaias die Ueberschrift trägt: ״kritische und maßorethische Bemerkungen", und den wir genauer zu betrachten haben. Die erste Nummer enthält in der Genesis ein Specimen der in dieser Ausgabe aufgenommenen Lesarten und beschränkt sich fast lediglich auf Accente, Metheg u. dgl. Dinge untergeordneter Art, so daß eine Besprechung unterbleiben kann. Hervorzuheben dürfte nur etwa die Bemerkung sein, daß ביתאל als ein Wort zu schreiben sei, was übrigens schon von Heidenheim zur Genüge begründet und dessen kritische Tragweite in ״Urschrift" S. 296 aufgewiesen ist. — Inhaltsvoller ist diese Rubrik im Jesaias, wo die Aufschrift auch etwas anders lautet: 1j Eine Psalmen-Ausgabe vom I. 1861, deren in der Vorr. zur Genesis gedacht wird, ist mir nicht zu Gesicht gekommen.