Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 3 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 181 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Chenery: Alcharizi. 181 jedenfalls von untergeordnetem Belange sind; wir erfreuen uns vielmehr des überall sichtbaren vollen Eindringens des Vfrs. in seinen Gegenstand und seiner liebenden Vertiefung in denselben. Eine Besprechung des Buches durch Hrn. Dr. Egers, welche in Steinschneiders hebräischer Bibliographie erwartet werden darf, wird Wohl auch die Wünsche nach einem weiteren Eingehn in das Detail befriedigen. Der andern Aufgabe unterzog sich Hr. Thomas Chenery, Professor in Oxford.. Schon vor einem halben Jahrhundert hatte de Sacy in der Vorrede zu seiner Ausgabe des arabischen Hariri die Aufmerksamkeit auf eine hebräische Uebertragung, beziehungsweise Nachbildung dieses Werkes gelenkt, welche Juda Charisi unternommen, und zwar bevor er die selbstständige hebräische Nachahmung in seinem ״Thachkhemoni" ausgeführt. Er theilte aus der einzigen in Oxford befindlichen Handschrift als Probe ein Capitel (die dritte Makame) mit, Dukes lieferte in den ״Ginse Oxford" eine zweite, endlich Neubauer in ״Melekheth Ha-Schir" eine dritte mit zwei Capiteln. Hr. Chenery veröffentlicht nun Alles, was die Handschrift enthält. Dieselbe ist nicht vollständig und war es von Anbeginn an nicht; sie bricht in der Mitte des 27. Capitels ab, und der Abschreiber bemerkt zum Schluffe: bis hierher habe ich von dem Buche der Machberoth aufgefunden. Das Buch hat nämlich keinen besondern Titel, Machberoth entspricht blos dem arabischen Makamen; da jedoch der Erzähler Jthiel genannt wird — während der kunstreiche und verschlagene Held des Gedichtes Cheber Ha-Keni heißt — ward der Titel: Machberoth Jthiel üblich, ohne sonst bezeugt zu sein. Die Handschrift ist aber auch am Anfange beschädigt, so daß nur noch der Schluß der ersten Makame übrig geblieben, und der Rost der Zeit hat auch im Innern Einzelnes aufgezehrt, so daß auch da nunmehr kleine Lücken zu bemerken sind, die jedoch wenig stören. Das Werk selbst ist ein neues Zeugniß von der großen Sprachgewandtheit und Kunstfertigkeit, welche Charisi besessen, und wie er es verstanden, die arabischen Kunstformen der hebräischen Sprache anzueignen, ohne ihr einen Zwang anzuthun, der den Kunstgenuß beeinträchtigen oder gar ihren Charakter zerstören möchte. Es wäre erwünscht gewesen, wenn Hr. CH. das Verhältniß zwischen Charisi's freier Uebertragung und dem Originale durch Beispiele klarer dargelegt hätte; er war umsomehr dazu geeignet, als er eine wörtliche