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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1871-01-01 · 2 (1871) · p. Seite 145

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
9 (1871)
Issue
2 (1871)
Date
1871-01-01
Page
Seite 145 (sequence 65)
Language
German
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Aus Briefen. 145 seinen eigenen Worten S. 187 entgegen ist: אע'פ עואיכם מטמאים באהל כר' במגע. Höchst auffallend ist die S. 209 von ד״י zitirte Erklärung, daß die lügenhaften Zeugen nach vollzogenem Todesurtheil deshalb nicht getödtet werden, weil das Zeugniß der Belastungsmit dem der Entlastungszeugen an Zahl und Glaub- Würdigkeit gleich sei, wohingegen die der Entlastungszeugen um eine Stimme verstärkt wird, wenn das Todesurtheil an dem angeschuldigten Verbrecher noch nicht vollzogen ist und seine Ableugnung dem Zeugniß der Entlastungszeugen beigefügt wird, so daß 3 gegen 2 Zeugen auftreten, deshalb würden nur in diesem Falle die lügenhaften Zeugen getödtet. — Diese Erklärung widerspricht aber ganz offenkundig dem nicht bestrittenen Grundsatz in der jüdischen Rechtslehre, daß 100 Zeugen keine größere Glaubwürdigkeit als zwei Zeugen zu beanspruchen haben. Zu seinen grammatikalischen Bemerkungen benutzte er die Schriften Kimchis und besonders verdient hervorgehoben zu werden seine Erklärung zu der Controverse über die Bedeutung von בבגדו בה (Kiduschin); wo er aber diesem Führer nicht folgt, ist sein grammatischer Sinn durch das mystische Gebräu umnebelt. Wenn z. B. die Punktatoren ein Wort, das profan und von Gott gebraucht wird, durch eine verschiedene Vokalisation kenntlich machen, wie bei Adonai durch י• und bei אביו״ durch Dagesch und rafeh, so findet er darin einen tiefen kabb. Sinn (S. 26, 135). Gegen den Talmud (Nedarim 54), der behufs einer halachischen Bestimmung zwischen דג und דגה den Unterschied macht, daß Dagah der Gattungsname und unter Dag nur ein großer Fisch zu verstehen sei, ist nach B. Dag ein lebendiger und Dagah ein todter Fisch, daher heiße es bei Jona: Und I. betete aus dem Bauche des Dagah, weil der Fisch, nachdem er I. verschlungen, gestorben, alsdann aber I. von einem andern Fisch verschlungen worden sei, daher es nachher heiße: ״Und Gott sprach zum Dag, und er spie Jonah auf das Trockene" (S. 145). In seiner Schrift Cad ha- Kemach (S. 13) läßt er I. nicht von einem zweiten Fisch verschlingen, dagegen aber den Lodten Fisch wieder zum Leben erwachen. Die biblische Wunderlegende wird somit noch um ein Wunder reicher. Zur Worterklärung bedient er sich der Buchstabenverwechslung und der Transponirung, z. B. באון (Jes. 9) דבאך;אסוך (Deut. 33) — דאבך -- was auch Kimchi so erklärt; כטרנירים Vierteljahresschrist IX. 2. 10

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