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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1871-01-01 · 2 (1871) · p. Seite 124

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
9 (1871)
Issue
2 (1871)
Date
1871-01-01
Page
Seite 124 (sequence 44)
Language
German
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124 Umschau. ״Die Testamente der 12 Patriarchen, welche zuerst Origenes (Rom. in Jos. XV, 6) ausdrücklich bezeugt, zuletzt Nikephoros in der Stichometrie als ein Apokryphon des Alten Test, (mit 5100 Stichen) anführt, wurden erst im 13. Jahrhundert wieder bekannt. M. Johannes de Basingstokes, Archidiakonus zu Leieester, theilte dem Robert Grossetest, Bischof von Lincoln, mit, daß er zu Athen unter andern griechischen Schriften auch die Testamente der 12 Patriarchen gesunden habe, ward deßhalb abgeschickt, um das Buch zu holen, welches dann der Bischof, coadjuvante magistro Nicolao Graeco, clerico Abbatis S. Albani, lateinisch übersetzte. So berichtet Matthäus Paris Rist. Angl, zu den Jahren 1242. 1252. Diese Uebersetzung ist immer noch nicht ganz genau herausgegeben, was jedoch zu verschmerzen ist, wenn Grossetest, wie Sinker (p. VIII) urtheilt, eben die griechische Hs. von Cambridge lateinisch übersetzt hat. Nicht aus der Cambridger Hs. selbst, sondern aus einer nicht ganz genauen Abschrift derselben, mit Vergleichung einer Oxforder Hs., gab erst Joh. Ernst Grabe in dem Spicilegium 88. Patrum ut et haeretieorum Tom. I. Oxon. 1698, ed. II. 1700 (nicht 1714, Wie Sinker p. XVI angiebt) das Buch griechisch heraus. . Ihm folgten I. A. Fabricius in dem Codex pseudepigrapbus Veteris Testamenti, Hamburg! et Lipsiae 1713 p. 496 sq.; ed. II. Hamburgi 1722, und Gallandi in der Bibliotbeca veterum Patrum Vol. I p. 793 sq. (Venet. 1765). Robert Sinker bietet uns nun einen genauen Abdruck der Hs. auf der Cambridger Universitätsbibliothek (Th. I. 24) aus dem 10. Jahrhundert, mit genauer Vergleichung der Oxforder Hs. (Bibliotb. Bodlei. graec. mss., Barocci 133), nicht Wie Grabe (6. 1. I p. 336 ed. II) aus einer Zahl am Schluß der Hs. schloß, schon von 1268 u. Z., sondern, nach der Hs. zu schließen, erst aus dem Ende des 14. Jahrhunderts." ,,Wir erhalten einen bloßen Abdruck der Cambridger Hs. mit allen ihren Fehlern (auf deren einige nun hingewiesen wird. G.). Eine wirkliche Ausgabe der Testamente haben wir also immer noch zu wünschen." In die Frage über Vfr. und Charakter des Büchleins wollen wir hier nicht weiter mit Hilg. eingehn; wir haben die uns hierbei maßgebend scheinenden Gesichtspunkte bereits angegeben, und da Hilg. dieselben ignorirt, was er aber sonst sagt, nur weiter ein Herumtasten nach alter Weise ist, so glauben wir Nichts hinzufügen zu dürfen. Nur sei eine Erzählung aus dem Büchlein noch her-

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