Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 9 (1871)
- Issue
- 2 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 113 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2420973-2421017-2421019--2705-2424130- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
1. Sprachbegriffliches. 113 6, 9, sowie aekoti (meine Schwester) ra'jatl tammati: 5, 3. 6, 4, und jafati (meine Schöne): 2, 10. 13. Kallati für ״meine Braut" ist, wie man sieht, durchaus unhebräisch. Ueberhaupt ist aber der Gebrauch des Wortes kallah für Braut ein wichtiges Kriterium für das Zeitalter biblischer Bücher, einer jener lange schweigsamen und unerwartet zum Sprechen gebrachten Zeugen, die um so entscheidender sind, je unwillkürlicher ihr Zeugniß ist. Während kallali in Schriften aller Zeiten für Schwiegertochter vorkommt (1. u. 3. B. Mos., Ruth, Samuel, 1. Chron., Hosea, Micha, Ezechiel), heißt es dagegen ״Braut" außer den angeführten Stellen des Hohenliedes nur J esai a 49, 18. 61, 10. 62, 5 (also der sog. 2. Theil); Jeremia 2, 32. 7, 34. 16, 9. 25, 10. 33, 11; Joel 2, 16. Ebenso ekatan für Bräutigam (Neuvermählter) nur in vier der aus Jesaia angeführten Stellen, sowie der aus Joel, neben kallak, außerdem noch Psalm 19, 6. Wie man also die schwierige Stelle 2 Mos. 4, 25 f. auch verstehen mag, so ist doch jedenfalls ״Eidam" und nicht ״Bräutigam" zu übersetzen . . . Die Ableitung des Wortes kallati von kalal zusammenfassen, woher auch kol, alles, liegt am Tage". Wir haben dieser Ausführung Folgendes hinzuzufügen: Richtig ist nun, daß *חתן und ככד in der Bibel niemals Bräutigam und Braut nach unserm Sinne heißen, sondern werden mit diesen Worten neben Schwiegersohn und -Tochter nur noch die Jungvermählten bezeichnet. Auch im HL. ist die!כלד nicht etwa als Braut in unserm Sinne zu fassen — was aus den Worten des Vfrs. nicht ganz deutlich wird —, sondern es ist eine Uebertragung der zur vollen Reife erblühten, im jugendlichen Liebreize strahlenden Neuvermählten auf eine junge liebliche Frau im Allgemeinen, wenn sie auch nicht die sich Vermählende, überhaupt nicht vermählt ist. Eine Beziehung haben der חתן־ und die כלד allerdings ihrem Begriffe nach nur zu den Schwiegereltern, nicht unter einander; junger Mann und junge Frau charakterisirt sie nicht unter sich, da sie ja beide neuvermählt sind, und für den Mann wie für die Frau der neue Zustand des andern Theiles in dem eignen mitgesetzt ist, während den Schwiegereltern gegenüber die Neuvermählten eben die jungen sind und dann überhaupt im Vergleiche zu ihnen solche bleiben — den Eltern gegenüber sind sie allezeit Sohn und Tochter. Deßhalb kann die Frau von ihrem Manne nicht חתני und er nicht von ihr כלתי, sondern lediglich Vierteljahresschrift IX. 2. 8