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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1871-01-01 · 2 (1871) · p. Seite 112

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
9 (1871)
Issue
2 (1871)
Date
1871-01-01
Page
Seite 112 (sequence 32)
Language
German
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112 IV. Miscellen. IV. Miscellen. 1. Sprachbegriffliches. In dem neueren Werke des tiefen Denkers und geistvollen Forschers, des der Wissenschaft nicht minder als seinen Freunden zu früh entrissenen L. Geiger: Der Ursprung der Sprache (Stuttgart 1869. XXX und 282 Seiten) befinden sich einzelne Bemerkungen, welche mit dem Gebiete dieser Blätter in zu engem Zusammenhänge stehen, als daß wir sie übergehn dürften. A. Sehr richtig und, wenn auch zum Theile schon bekannt, doch fein erfaßt und begründet ist die Bemerkung auf S. 88 f. Sie lautet: ״Vereinigung der Begriffe Braut und Schwiegertochter, Bräutigam und Schwiegersohn findet sich auch im Hebräischen, und hier sind Schwiegersohn und Schwiegertochter deutlich die älteren Begriffe. Das Verhältniß von Braut und Bräutigam ist für die alte Zeit ein blos momentanes; sie sind die eben Vermähltwerdenden . . . Die hebräischen Wörter deuten nicht die Beziehung zwischen den Neuzuvermählenden an; vielmehr werden Bräutigam, Schwiegersohn und Schwiegervater mit den verwandten und korrelativen Wörtern chatan, ehoten bezeichnet: so als ob Dieser als der in das Band der Familie Aufnehmende, Jener als der Aufgenommene benannt werden sollte. In dem Hohenliede ist der Begriff Braut noch nicht so weit entwickelt, daß der Ausdruck ״meine Braut" möglich wäre; er wird umschrieben durch ״meine Schwester Braut"; dann kallati würde ״meine Schwiegertochter" bedeuten. Diese Sonderbarkeit hängt ohne Zweifel mit dem Zustande der Familie in der Urzeit zusammen. Für das Verhältniß von Mann und Weib bestanden Worte mit den Begriffen Gatte und Gattin; ein die Ehe vorbereitendes Band war nur zwischen den Familien geknüpft". In der zu den Worten ״meine Schwester Braut" gehörigen Anm. 54 (S. 226 f.) heißt 'es: ״Hohesl. 4, 9. 10. 12. 5, 1; außerdem kaliak 4, 8. 11. Man vergleiche dagegen: ra’jati (meine Freundin): 1, 15. 2, 2. 10. 13. 4, 1. 7. jonati (meine Taube): 2, 14, und daneben noch tammati (meine Vollkommene oder Treue);

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