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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1871-01-01 · 2 (1871) · p. Seite 97

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
9 (1871)
Issue
2 (1871)
Date
1871-01-01
Page
Seite 97 (sequence 17)
Language
German
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II. Onkelos. 97 leiten, nur daß er auf der einen Seite, da er sich enger an den Text zu halten beflissen ist, nicht so frei umschreiben kann und es daher manchmal doch bei der wörtlichen Uebersetzung bewenden lasten muß, andererseits aber zuweilen noch ängstlicher sinnlichen Ausdrücken von Gott oder schimpflichen von Israel aus dem Wege geht. Es ist daher verfehlt, ebenso dem Onkelos allein dieses Verfahren beizulegen, wie umgekehrt, weil er ihm manchmal nicht folgt, es ihm abzusprechen. Er, d. h. die Anforderung jener Zeit an eine Uebersetzung, steht vollkommen auf dem allezeit herrschend gewesenen Standpunkte der Verwischung solcher hart klingenden Sätze, nur nüancirt sie sie in ihrer Aengstlichkeit nach beiden Seiten hin charakteristisch genug. Das Verfahren, wie es von allen den Genannten, die in Beziehung zur Schrifterklärung stehn, eingehakten wird, ist von mir an verschiedenen Orten, sowohl meiner ״Urschrift" als in andern sich anschließenden Abhandlungen vielfach und zur Genüge beleuchtet. Es mögen daher hier nur noch zwei Beispiele, eines aus dem Bereiche der Punctation, eines aus dem der Accentuation herangezogen werden. Betrachten wir zuerst eine eigenthümliche Punctation! Die Form ^2^)2, als Participium Hithpael oder eigentlich des späteren Nithpael, finden wir drei Male, und zwar 4 Mos. 7, 89. Ezech. 2, 2 und 43, 6, und sie bedeutet offenbar nichts Anderes als das gewöhnliche Participium Piel בלדבר, wie auch die alten Uebersetzer (etwa mit Ausnahme der Thargumun) es wiedergeben. Sicher haben auch die Schriftsteller selbst an jenen Stellen nicht eine von der üblichen abweichende Form beabsichtigt, und wir verdanken die Abweichung in der Aussprache lediglich den Männern, welche dieselbe durch Zeichen ausgedrückt haben. Die Stellen boten nämlich eine Handhabe, den Anthropomorphismus bei Gott abzuschwächen, und die Punctatoren, welche sehr gern stark sinnliche Bezeichnungen von Gott abwendeten oder doch milderten, so oft sie es durch eine kleine Vocalumwandlung bewirken konnten, ergriffen auch hier die Gelegenheit. Sonst nämlich, wo Gott redend eingeführt wird, wird derselbe als Subject ausdrücklich genannt, und so war durch eine leichte Aenderung nicht abzuhelfen, es hätte vielmehr — wie es die Thargumim zuweilen thun, worüber sogleich — der ganze Satz umgestaltet werden müssen; da ließen sie es denn bei dem natürlichen Wortgefüge bewenden. An den genannten VierteljahresschrifL IX. 2. 7

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