Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 9 (1871)
- Issue
- 2 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2420973-2421017-2421019--2680-2424105- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
88 II. Onkelos. Gott selbst aber nicht in ihrer Mitte ziehen werde, wie Dies die 70 und jerus. Tharg. richtig einsehen und es so wiedergeben. Allein Onk. will sich knapp an das Wort halten, beschneidet daher das alte Thargum, aber — am Unrechten Ende. Wir müssen bei diesem Punkte etwas länger verweilen, um durch noch mehrere Belege nachzuweisen, daß dem Onkelos-Tharg. das ältere Vorgelegen, es dieses abgekürzt, aber dadurch zu seitsamen Mißgriffen veranlaßt worden ist. 1 Mos. 2, 18 (vgl. 20) übersetzt das jer. Th. I eigenthümlich: ״es ist nicht gut, daß der Mensch allein liege, ich will ihm ein Weib machen, daß es nahe an seiner Seite sei (סבליך ב^ליה)." Damit hängt zusammen der Zusatz 33.24: בית נלדבלכיה. Onk. schneidet die Zusätze weg, behält aber die Uebersetzung für עזר כנגדו bet, aber mit dem Unterschiede, daß er סבלך für סנליך wählt, um gleich wie im Hebräischen ein Nomen zu haben, aber einen Sinn hat die Uebersetzung nun nicht, und in V. 24 hat er auch den Zusatz: בית בלשהבי. — In 1 Mos. 3, 21 wollte es den Alten nicht genügen, daß Gott den Adam und sein Weib mit Schürzen von Fell bekleidet habe, das schien ihnen für diese aus der Hand Gottes zuerst hervorgegangenen menschlichen Geschöpfe nicht ehrenvoll. Selbst diejenigen, welche bei diesem natürlichen Sinne verblieben, suchten doch die Bekleidung zu einer anständigen zu erheben, oder sie wollen darin eine Lehre finden, daß man in seiner Kleidung sehr bescheiden sein soll. Andere bezogen aber lieber die Haut auf Adam, er machte ihm entweder eine neue Haut oder Kleider für seine Haut, und endlich wollten Andere gar das עור in אוד verwandeln, so daß nunmehr daraus Lichtgewänder wurden (Sotah 14 a. Niddah 25 a. Bereschith rabba c. 20). Dies faßt endlich die Baraitha des Elieser zusammen, indem sie angiebt: von der Haut, welche die Schlange abgeworfen, nahm Gott und machte daraus Prachtgewänder für Adam und seine Gehülfin 2). Ganz so das jer. Th.: ״Gott machte dem Adam 2) Bei der Verwirrung, welche in unfern Ausgaben dieser Baraitha herrscht, findet sich diese Stelle nicht im Texte, wohl aber im Jnhaltsve1> zeichnisse zu 6. 15 und in Ialkut z. St. (§ 34), der überhaupt das ganze Material zusammenstellt, mit den Worten: בלן העור שהפשיט הכחש (etwa הקבה ועש, להם כתנות כבוד לאדם ולעזרו (?ולעורר. — Was der Samaritaner mit seinem Striche über dem Wav von עור andenten will, der Uebersetzer unter עורי versteht, mag hier uuuutersucht bleiben.