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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1875-01-01 · 1-2 (1875) · p. Seite 158

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
11 (1875)
Issue
1-2 (1875)
Date
1875-01-01
Page
Seite 158 (sequence 162)
Language
German
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158 Umschau. centuationswesen, wie es für die hebräische Bibel eingeführt worden, von den Syrern ausgegangen ist, die dafür gewählten Ausdrücke aramäisch sind (diese Ztschr. Bd. X S. 20). Wir erfahren nun durch zwei vortreffliche Abhandlungen des Abbe Martin, daß auch in der maßoretischen peinlichen Beobachtung und Feststellung die Syrer den Juden zum Vorbilde gedient haben. Die erste Abhandlung, bereits 1870 im Journal asiatique vom 1.1869 erschienen und mir in einem Sonderabdrucke vorliegend, führt den Titel: Tradition Karkaphiemie, ou la Massore chez les Syriens (135 Seiten nebst zwei lithographirten Beilagen 19 Seiten und drei Blätter Faesimile), die zweite ebendaselbst im I. 1872 veröffentlicht von S. 305—483 und 20 lithographirten Seiten trägt die Aufschrift: Syriens orientanx et occidentaux. Essai sur les deux principaux dialectes Anameens. Wir lesen, so belehrt uns Hr. Martin in der ersten Abhandlung, in alten syrischen Werken vielfach von der ״Maschlemonutho", was bisweilen den Bibeltext nach seinem Inhalte, dann auch dessen überlieferte Sinnesauffassung, aber auch ferner den Text nach seiner äußern Darstellung, nach Aussprache und den diese bestimmenden Zeichen bedeutet. Das Wort entspricht demnach dem hebräischen ״Maßorah", dem — was Hn. M. entgeht — auch das aram. Wort אשלבלתא, aschlemtha, gleichsteht. Es wird nun nachgewiesen, daß in dem letzten Sinne besonders von der karkafischen Maschlemonutho die Rede ist und daß darunter eine mit peinlicher Sorgfalt ausgearbeitete Maßorah über die syrische Bibel zu verstehen ist, die nicht selten von unserm gangbaren Texte abweicht. Diese Maßorethenschule nennt sich nach der Stadt Karkaf, welche 3 */2 Meilen westlich von Bagdad gelegen, und einem Kloster Karkaftha, dessen Mönche diese Schule gegründet haben. Reiche Beispiele ihrer Bemühungen werden uns nach Handschriften mitgetheilt^). ף Wir erlauben uns zwei Berichtigungen zur Uebersetzung syrischer Stellen. Wenn der Mönch David in der einen Stelle (S. 60 Anm. 1) der mühevollen Hingebung gedenkt, mit der er zur Herstellung eines richtigen Bibeltextes von überall her gesammelt habe בדבלי־א לא זינורא, so heißt das nicht: de nombreuses confrontations, sondern: mir nicht geringem Geldaufwand. Von dem Masrian heißt es S. 102, er habe sich mit dem Mönchen, die sich gegen ihn aufgelehut hatten, wieder ausgesöhnt, sei, zu ihnen zurückgekehrt, von ihnen freundlich empfangen worden?דסקרין דזוו לד. Das ist nicht zu übersetzen: qui 16 detestaient cependant, sondern: die ihn früher bekämpft hatten.

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