Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 159 (sequence 163)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Umschau. 159 Wir erfahren schon hier, daß die Sorgsamkeit in Betreff der Feststellung des Textes und dessen äußerer Ausstattung von dem Osten, dem eigentlichen Syrien, Mesopotamien, Persien ausgegangen, nach dem Westen, Palästina, vorgedrungen ist und dort einen, in manchen Punkten von den ersten Begründern abweichenden Abschluß erfahren hat. Darüber werden wir in der zweiten Abhandlung ausführlich belehrt, indem hier die Verschiedenheit der Orientalen und der Occidentalen in Beziehung auf Aussprache und grammatische Formen auseinandergesetzt wird. Wir finden hier das Analogon zu den jüdischen Madinchäe und Ma'arbäe. Wir können die Einzelheiten, die noch dazu, bei dem peinlichen Aufmerken auf den Laut, überall ihre abweichenden Eigenthümlichkeiten haben, nicht verfolgen und machen blos auf Weniges aufmerksam. Sain lautet, 'werden wir belehrt, vor Kas und Kos wie Samech, Samech vor Beth und Gimel wie Sain, ebenso Zade vor Daleth. Das erklärt uns die oben Bd. X S. 20 empfohlene Vorsicht. Daß Ales im Drange der Buchstaben wie Jod ausgesprochen wird, erklärt uns, warum das Ales in drei Bibelstellen bei תביאו und ויביאו einen Punkt erhalten zum Festhalten seines Lautes. Die Orientalen lesen קפדוקא, Kappadocien, als stünde ein Teth; mit diesem Buchstaben finden wir das Wort wirklich in den babylonischen jüdischen Schriften, während die palästinischen das Daleth beibehalten. Der palästinischsyrische Dialekt liest in einigen Wörtern das das Wort beginnende Kos wie Ales, und Dies erklärt uns das mischnaitische אטליז, das dem griech. xarccXvcig, Markt, entlehnt ist. Makkef ist bei den orientalischen Syrern in Gebrauch, ebenso kennen sie den ״Naguda", den Halter, Dehner, ganz entsprechend dem Metheg, das auch מאריך oder נלארכא, Verlängerer, heißt. Sie verdoppeln nach Pathach, aber nicht vor Resch oder 'Am, da sprechen sie es vielmehr wie Sekofo (Kamez, o). Wir ersehen aus diesen Beispielen recht bestimmt, daß den Juden Aussprache, Zeichen und nähere Bestimmungen von den Syrern zugekommen, Verschiedenheiten auch auf sie von den zwei unter sich abweichenden Schulen in Ost und West übergegangen sind. Doch haben sie Grundsätze wie Verfahren nach ihren eigenthümlichen Bedürfnissen selbstständig ausgearbeitet. 3. April 1873.