Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 156 (sequence 160)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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156 Umschau. zu solchen allen bisherigen Annahmen widerstreitenden Angaben Vertrauen gewinnen sollen. Hr. F. bringt jedoch für seine jetzt gewonnene Ansicht von dem Alter der Punctation, und zwar nach ihrer gegenwärtigen Geftalt, noch Anderes bei, das gar sehr hinfällig ist, und das uns wenig veranlassen kann, seinen kühnen Behauptungen zu folgen. Er kommt auf die Vorrede zum Galuj des Saadias zurück, über die er früher im ״Meliz" berichtet hatte, woraus in dieser Zeitschrift gleichfalls (Bd. X S. 262 ff.) Mittheilungen gemacht worden sind. Was dort kurz berichtet wird, S. behaupte, Vocale und Accente seien bereits zur Zeit des zweiten Tempels üblich gewesen (vgl. a. a. O. S. 263), führt nun F. näher aus. Saad. sage nämlich dort Folgendes: David ben Sakkhai und Genossen hätten unter andern wider ihn vorgebrachtcn Schmähungen auch gegen ihn geltend gemacht, daß er eine Schrift abgefaßt, in der er sich, ein rechter Lügenprophet, den wahren Propheten habe gleichstellen wollen, indem er dieselbe in Verse getheilt, mit Vocalen und Accenten versehen habe. Diesen Vorwurf nun, meint S., könnten sie nur in ihrer groben Unwissenheit machen. Sie glauben nämlich, es gehöre zu den Merkmalen prophetischer Bücher, daß sie in Verse abgetheilt, mit Vocalen und Accenten versehen seien. Dem ist jedoch nicht so . . ., vielmehr ist Dies einem Jeden gestattet, wie denn auch Simon b. Jeschua b. Elasar ben Sira ein Sittenwerk angefertigt, ähnlich den salomonischen Sprüchen, nach seiner Eintheilung in Verse mit Vocalen und Accenten, wie ferner Elasar ben Jrai ein Buch der Weisheit 'angefertigt, das dem Koheleth ähnlich ist in seiner Anordnung, seinen Versen mit Punctation und Accenten. Ebenso haben die Hasmonäer Juda, Simon, Jochanan, Jonathan, Elasar, Söhne des Matathias niedergeschrieben was ihnen widerfahren, und die Schrift hat mit Daniel Aehnlichkeit, sie ist chaldäisch abgefaßt, in Verse getheilt mit Vocalen und Accenten. So Saadias. Diese seine Mittheilung spricht blos eine subjective unkritische Ansicht aus und ist von gar keinem historischen Werthe, bezeugt nur, daß er den Sirach und andere spätere Schriften vor sich hatteund zwar punctirt, was für seine Zeit, Dasselbe erfahren wir von Nissim, dem alten Vfr. des Trostbüchleins, dem unter arab. Einflüsse Schreibenden, der in der Einl. ans die ״Megillath Chaschmonai" hinweist und im Text selbst mehrfach Ben Sira anführt, und