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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1875-01-01 · 1-2 (1875) · p. Seite 155

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
11 (1875)
Issue
1-2 (1875)
Date
1875-01-01
Page
Seite 155 (sequence 159)
Language
German
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Umschau. 155 Grabschristen, und zwar die ältesten, sind wohl dem Buche C h w o l - son's entnommen. — So verdienstlich und lehrreich nun die hier gebotenen Documente und Mittheilungen sind, so schwinven damit die Dunkel, die über manchen Thatsachen lagern, die Bedenken, welche sich gegen manche Annahmen erhoben, auch jetzt noch keines- Wegs. Da neue Momente für die alten Grabsteine mit ihren Inschriften hier im Grunde nicht geboten sind, so finden wir auch keine Veranlassung nochmals darauf einzugehn. Aber freilich dürfte doch der Forschung nunmehr die Gelegenheit geboten sein, das gesammle Material einer nochmaligen Prüfung zu unterziehen. Das Buch giebt sich übrigens als den ersten Theil eines größeren Werkes; der zweite soll die Inschriften in den Thorahrollen und den sonstigen Bibelhandschriften enthalten. Dieser dürfte Wohl noch nicht erschienen sein. Unterdessen ist jedoch ein Aufsatz von F. erschienen, der einen kleinen Streifzug in dieses Gebiet macht; über diesen möge das Folgende, das früher niedergeschrieben worden, Auskunft geben, eine Auskunft, die freilich mehr bedenklich macht als Vertrauen einflößt. 5. Firkowit.sch über Punetation. Eine Nummer des ״Maggid" vom 4. Juni, die mir zufällig vor Augen kommt, enthält ein Schreiben Firkowitsch's vom 17. April a. St., das so Verwunderliches berichtet, daß ich es nicht verschweigen mag, obgleich mir allerdings der Glaube fehlt, wie denn Einiges darin offenbar haltlos ist. Er berichtet nämlich, daß sich in seinem Besitze ״heilige Schriften" befänden aus den Jahren 4047 (also 287 n. Ehr.), 4149 (389) und 4155 (395), welche mit Vocalen und Accenten ^versehen seien und zwar seien dieselben ganz entsprechend den bei uns üblichen, den tiberienfischen. — Hier ist eine Anzahl von Be- Hauptungen in kurzen Worten zusammengestellt, die so unglaublich sind, daß nur die eigne Ueberzeugung den an entschiedene Verwerfung gränzenden Zweifel besiegen könnte. ״Heilige Schriften" (כתבי* חכןדש), d. h. also biblische Schriften — Firk. stellt ihnen blos gegenüber Thorahrollen — aus jener frühen Zeit! Da würden ja ganze kritische Berge abgetragen. Und nun gar um diese Zeit bereits mit unserer Punetation und Accentuation versehen! Ich dächte, da hätte uns Hr. F. doch genauere Kenntniß von diesen merkwürdigen handschriftlichen Ueberresten geben müssen, wenn wir

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