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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1875-01-01 · 1-2 (1875) · p. Seite 149

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
11 (1875)
Issue
1-2 (1875)
Date
1875-01-01
Page
Seite 149 (sequence 153)
Language
German
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Umschau. 149 zur Kenntniß zu gelangen verdiene. Es ließ ihm nunmehr keine Ruhe, bis er diese verborgenen Schätze entdeckt und ans Licht gebracht habe. Von 1839 an *) unternahm er nun wiederholte Reisen durch Kaukasien, Aegypten, nach Nablus, der Heimathsstatte der Samaritaner, dann wiederum nach Kahirah und seiner Umgebung, kurz überall hin, wo er unbekannte literarische Ueberreste aufzufinden hoffte. Mit dem entzündeten wissenschaftlichen Eifer wie mit den Ergebnissen, welche die neuen Entdeckungen eröffneten, erweiterte sich auch sein Gesichtskreis; bei aller treuen Anhänglichkeit an dem angestammten Glauben, bei aller Innigkeit, die er weiter dem Karäismus weihte, wuchs doch seine Theilnahme für alle Schriften des Alterthums, auch für diejenigen, welche dem Karäismus sich entgegenstellten oder fernlagen, und seine Gesinnung gegen die Rabbaniten verlor die alte Herbigkeit. Dazu trug Wohl ganz besonders bei der damals gepflegte vertraute Verkehr mit Bezalel Stern, dem Director der jüdischen Schule in Odessa, einem sehr begabten kenntniß- und einsichtsvollen Manne, und der spätere Umgang mit Simcha Pinsker ebendaselbst befestigte ihn in dieser vorurtheilsfreieren Gesinnung. In einem Briefe Firk.'s an Stern aus dem Jahre 1841 (Anfang 5602) lesen, wir die bezeichnenden Worte: ״Ganz Israel möge wissen, daß heute mein Streben nicht das ehemalige ist, ich nicht die Stellung wie in früheren Tagen einnehme in Betreff des Gesammthauses Israel. Seitdem ich mit Dir verbunden bin, wir von unverlöschlicher Liebe durchdrungen sind, so daß unser Bund nimmer wankend wird, da hat mir Gott ein neues Herz geschaffen, einen neuen Geist, der bereit ist, das Wohl des ganzen Israel anzustreben, sowohl der Rabbaniten als der Karäer, an verborgenen Stätten, in weiten Fernen Alterhümern von den Gelehrten Jsrael's nachzuforschen, sie aufzusuchen sei es in Jerusalem (Palästina), Damask (Syrien), Aegypten, Babylonien. Ich bin bereit überall hinzugehen, wenn mich eine die Wissenschaften fördernde Gesellschaft beauftragt, in Begleitung eines Kenners wie Du es bist, um aufzufinden — denn der Erfolg ist unzweifelhaft — alte Handschriften der Mischnah und der Gemara wie anderer alten Werke der Rabbaniten und der Abne S. 8 ss. Nr. 22 fs.

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