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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1875-01-01 · 1-2 (1875) · p. Seite 142

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
11 (1875)
Issue
1-2 (1875)
Date
1875-01-01
Page
Seite 142 (sequence 146)
Language
German
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142 Umschau. Regierungen, welche sich im Laufe der zwei letzten Generationen in diesem Lande folgten, schon seit einem halben Jahrhundert thätig gewesen, und dennoch können wir nicht behaupten, daß wir hievon in die Augen fallende fruchtbringende Folgen sehen". Allerdings sind die Maßregeln, welche von oben herab angewendet wurden, nicht immer die richtigen gewesen, nicht immer mit energischer Ausdauer angewendet worden, ״als geeignetste, ja fast das einzige Mittel der Civilisirung halbbarbarischer Völker, eine geistig anregende und fördernde Einwirkung auf die Jugend", ward nicht mit der vollen Einsicht und aus den rechten Motiven unternommen. Die einheimischen Schulen Aegyptens aber bieten uns ganz das Bild der allen nunmehr Gottlob geschwundenen jüdischen Lehranstalten, die 1223״ arabischen Elementarschulen mit ihren 44,199 Schülern" mahnen an die entschlafenen Chadarim, ״die hohe Schule, die Aghar-Moschee" an das verkümmerte polnische Beth-hammidrasch, und es kann, mit Aenderung der entsprechenden Worte, dasselbe Urtheil über dieses ausgesprochen werden, was der Vers, über jene fällt, daß der Jüngling, welcher daraus hervorgehe, ״ein wahres Meerwunder an in sich aufgenommenem Gedächtnißkram werden und uns durch seine Citate aus einigen tausend Werken in Erstaunen setzen könne, daß aber für die Civilisation des Volkes aus dieser einheimischen Schulmethode kein Heil zu erwarten stehe, daß vielmehr die Cultur trotz aller Koransschulen und trotz der hohen Weisheit der Aghar-Moschee in stetem Rückschritt begriffen ist". Hoffentlich darf man dennoch bei dem immer regeren Verkehre Aegyptens wie überhaupt Asiens und Afrikas mit den europäischen Bildungsstaaten eine culturfreundlichere Umgestaltung der dortigen Gesammtverhältnisse erwarten; sie allein vermag auch den unter den dortigen Juden hervortretenden günstigen Ergebnissen Dauer und Nahrung zu verleihen. 19. März 1873. 4. Abraham Firkowitsch. Abrahnm Firkowitsch ist 1786 geboren an einem der polnischen Orte, welche eine karäische Bevölkerung haben, nämlich in Luzk, wo wir ihm auch im I. 1818 begegnen; allein als seine Heimath betrachtet er dennoch die Krim, und merkwürdigerweise ist er des Deutschen nicht kundig. Er ist in einem strengen und be-

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