Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 139)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Umschau. 135 er im Jrrthume. Dort wird aus dem Worte Gen. 19, 14 gedeutet, es sei hier die Rede von Töchtern, die zwar verlobt, aber noch nicht in das Haus des Mannes eingegangen waren, die Schwiegersöhne würden nämlich bezeichnet als solche, die die Töchter nehmen, sie aber noch nicht genommen haben. Dieses, meint der Midrasch, freilich mit einem durch späteren Sprachgebrauch getrübten Sprachgefühle, hätte heißen müssen Ob der Text לקחי mit oder ohne Wav liest, kommt hier gar nicht in Betracht. In Betreff der Paraschen hätte die Bemerkung, die der Vsr. selbst S. 75 Anm. 141 macht, für die ganze Untersuchung mehr verwerthet werden sollen. Die Misch nah gedenkt gar nicht der offenen und geschloffenen Paraschen, ihr ist lediglich ein im Inhalte zusammenhängender Abschnitt eine Parascha, und auch die Späteren verstehn Dies darunter, wenn sie nicht ausdrücklich hinzufügen: geschlossene und offene. Wenn daher Gittin 60 9. der Abschnitt über das Verhalten der Unreinen in Betreff der Passahfeier (Num. Cap. 9) eine Paraschah genannt, und sie nach den Worten, mit welchen V. 4 beginnt, bezeichnet wird, so will der Autor, abgesehen davon, daß derselbe mit dieser Bezeichnung nicht die vorangehenden Verse ausschließen will, eben nur von dem Abschnitte sprechen, welcher den betreffenden Gegenstand behandelt, gleichviel ob er auch äußerlich durch einen größeren oder geringeren Zwischenraum oder auch gar nicht abgegränzt wird. Wenn in Betreff der Sedarim noch immer (S. 77 Anm. 149) davon gesprochen wird, daß Jakob ben Chajim deren Zahl für den Pentateuch als 154 angebe und einen weniger aufzähle, so sollte man doch endlich wissen, daß W. Heidenheim schon längst nach Handschriften den einen in Genesis ausgefallenen ergänzt hat. — Die Worte aber (das. im Texte): ״In den biblischen Codices der Thalmudisten war zwischen den größeren Abtheilungen (den Wochenabschnitten) und den kleineren (den durch Zwischenräume als offene oder geschlossene Paraschen bezeichneten) kein Unterschied" sind mir unverständlich, ebenso warum (S. 79) bei einzelnen Stellen, von denen der Thalmud sagt, man sei bei ihnen unsicher, ob ein oder mehrere Worte mit dem Vorangegangenen oder dem Folgenden zu verbinden seien, durch Fragezeichen Bedenken erhoben wird. Was über Kh eth ib und Ke re gesagt wird, nämlich inwiefern auch hierin schon zur Zeit der Thalmudisten meistens Uebereinstimmung mit der gegenwärtigen Beschaffenheit unseres Textes