Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 138)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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134 Umschau. darunter die wichtigen babylonischen x), sind jetzt, was dem Vfr. unbekannt geblieben, in Petersburg. Das zweite Buch handelt von S. 59 an über den Text, wie er zur Zeit der Thalmudisten beschaffen gewesen. Im Allgemeinen fällt der Vfr. das richtige Urtheil, daß derselbe unserm Texte im Ganzen und Großen conform gewesen, aus ungenauen Anführungen, Abweichungen in unfern Thalmuddrucken durchaus Nichts zu schließen sei. Dennoch bleibt es andererseits feststehende Thatsache, daß einzelne Varianten vorhanden waren, und sind diese nicht sowohl danach festzustellen, wie die Verse angeführt werden, sondern nach der Natur der Deutungen, die an sie geknüpft werden. Dazu bedarf es einer größeren Vertrautheit mit Geist und Methode der thalmudischen Schriften. Danach giebt es manche Stellen, die mit Entschiedenheit Abweichungen in dem thalmudischen Bibeltexte von dem unsrigen bekunden, und die zugleich Helle Streiflichter auf die Geschichte des Textes werfen. Darauf hier einzugehen, würde uns zu weit abführen, und knüpfen wir lieber weiter an das vom Vfr. Gegebene an. — Was der Vfr. S. 68 über ״die Thorah des R. Melr^ sagt, ist ungenügend, und wie der Vfr. zu dem falschen verwirrenden Citate aus jerus. Taanioth Ans. (64 a ed. Krakau) kommt, ist mir unbekannt; die Berichtigung auf S. 124 sagt nicht zur Genüge, daß das im Texte Angegebene durchaus irrig ist. Was dann über die Al-thikra gesagt wird, ist im Ganzen richtig, weniger die Angaben über ״jesch e m lamikra". Dies ist die einzige alte Formel, die eben aussagt, daß man auf die recipirte Aussprache Werth zu legen habe, wenn auch der Consonantentext noch eine andere Vocalisation zuläßt. Diese mögliche abweichende Vocalisation bezeichnet man später mit der Formel ״jesch em lammaßoreth", die aber blos spielender Derasch ist. Von S. 71 an wird eine Anzahl von Stellen in Thalmud und Midraschim angeführt, aus denen die genaueste Uebereinstimmung selbst in den untergeordnetsten Punkten, wie in Betreff der Setzung oder Weglassung von Lesemüttern, hervorgeht. Wenn der Vfr. dafür auch eine Stelle aus Bereschith rabba 6. 48 anführt, so ist *) Daß Hr. Strack nunmehr in Petersburg weilt und mit der Herausgäbe des wichtigen Codex v. I. 916 betraut ist, wird den Lesern aus späteren Mittheilungen hervorgehn.